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Um die Welt mit Blévita

Mehr als eine halbe Milliarde Blévitas produziert die Midor jährlich. Würde man die Korncracker alle aneinanderreihen, würden sie den Erdball umspannen.

Text Monica Müller
Fotos Cyrill Krähenbühl
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Die Linie 18 ist nicht etwa eine neue Tramstrecke in Basel, Bern oder Zürich. Linie 18 heisst die neue Maschine, die beim Migros-Unternehmen Midor Tag und Nacht Blévitas produziert. Wobei «Maschine» ziemlich tiefgestapelt ist, misst die Anlage doch 100 Meter! Allein der Ofen ist 50 Meter lang.

Rechtzeitig zum 50. Geburtstag von Blévita hat die Migros-Tochter Midor in Meilen ZH Anfang Jahr die Linie 18 in Betrieb genommen. Die bestehende Linie 16 konnte mit der steigenden Nachfrage nicht mehr mithalten. Je 2000 Päckli Korncracker produzieren die beiden Linien gemeinsam pro Stunde. In 24 Stunden sind das 100 000, innerhalb von fünf Tagen eine halbe Million Portionen. Würde man alle Blévitas einzeln aneinanderreihen, die im Jahr gebacken werden, käme man damit einmal um die Welt.

Am Anfang der Erfolgsgeschichte stand der bescheidene Wunsch, ein haltbares Produkt auf Brotbasis zu schaffen. Im Oktober 1969 wurden die ersten Rezepturen entwickelt und erprobt. Sie bestanden aus fünf Mehlsorten – Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel. Das Endergebnis hiess: Blévita nature.

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Eine Walze stanzt die vertrauten Formen ins Teigband. 

Erster Platz fürs Blévita Gruyère

Seither ist die Familie stetig gewachsen: 1981 kam das Sesam-Blévita auf den Markt, 1994 folgte Leinsamen. Heute umfasst das Sortiment 39 Sorten. Die drei Topseller sind Gruyère (860 Tonnen pro Jahr), Thymian mit Meersalz (680) und Sesam (600). Neben den verschiedenen Geschmacksrichtungen etablierten sich die Unterkategorien Blévita mini, Sandwich und Biskuits.

Edi Huber hat mehr als 30 Jahre an neuen Blévita-Rezepturen getüftelt. In der Regel brauche es 40 bis 50 Backversuche, bis ein Rezept überzeuge, sagt der inzwischen pensionierte Produkteentwickler. Dabei wird jeweils ein Kilo Probeteig in der laufenden Produktion mitgebacken. Anschliessend folgt der Test: Der Cracker muss ofenfrisch, aber auch noch nach einer gewissen Lagerzeit überzeugen.

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1500 Blévitas ziehen pro Minute auf dem Förderband vorbei und kühlen dabei aus

Neuer Geschmack im Sommer

«Mister Blévita», wie Edi Huber in der Midor liebevoll genannt wird, erwähnt auch die logistischen Herausforderungen. Für Milchreis- und- Zimt-Blévitas etwa müssen jeweils 100 Kilo frischer Milchreis in den Teig eingearbeitet werden. Ein Riesenaufwand.

In all den Jahren wurde eine einzige Sorte aus dem Sortiment genommen: «Rosa Pfeffer». Und «Meerrettich» liess sich einfach nicht realisieren: Beim Backen sei immer die Schärfe verdampft. Diesen Sommer wird nun eine weitere Geschmacksrichtung lanciert. Welche, ist noch streng geheim.

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  1. 400 Kilo Teig liegen im Kneter bereit. Mehl und Wasser werden direkt über Rohrleitungen dorthin geführt. 

  2. Der Teig wird an den Anfang der Linie 18 gefahren. 100 Meter lang ist der Weg bis zum fertigen Cracker.

  3. Die Teigmasse wird ausgerollt und in mehreren Stufen auf die benötigte Dicke ausgewalzt.

  4. Eine Walze stanzt die vertrauten Formen ins Teigband. 

  5. Die Cracker werden im Ofen in fünf Temperaturzonen und während sechs Minuten gebacken.

  6. 1500 Blévitas ziehen pro Minute auf dem Förderband vorbei und kühlen dabei aus. 

  7. Bevor sie zu viert gruppiert werden, rücken die Korncracker eng zusammen. 

  8. Je zwei Vierergruppen werden im Nu zu einer Portion Blévita Gruyère verpackt.

  9. Die Packungen werden in Kartonkisten verstaut.

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