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Quiz: Migros-Töne erraten

So klingt die Migros

Was hört man in einem Migros-Supermarkt? Die Kundinnen und Kunden sollen von Lärm verschont bleiben. Doch manche Töne sind erwünscht und wecken Erinnerungen an die Kindheit.

Text Michael West
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Gleich am Anfang ein kleines Quiz: Erkennen Sie typische Geräusche aus einer Migros-Filiale? Schauen Sie sich das folgende Video an.

Ein Supermarkt, in dem es so andächtig still ist wie im Lesesaal einer Bibliothek? Das wäre seltsam und womöglich sogar beklemmend. Manche Geräusche gehören einfach zu einem Migros-Laden. Da ist etwa der metallische Laut, der beim Einschieben einer Münze in den Schlitz des Einkaufswagens entsteht. Oder das sanfte Piepsen der Scanner, mit denen das Kassenpersonal die Preise der Waren auf den Förderbändern erfasst.

Alle wissen, welch starke Erinnerungen ein Kinderlied oder ein Song aus Teenie-Tagen wachrufen kann. Eine Melodie vermag eine vergangene Zeit heraufzubeschwören. Das gilt auch für Alltagsgeräusche in einer Migros-Filiale. Ein Beispiel sind die elektrischen Kaffeemühlen der Schweizer Traditionsmarke Ditting. Seit vielen Jahren stattet die Migros ihre Supermärkte mit solchen Geräten aus. Ihr Mahlgeräusch und der Duft der gerösteten Bohnen ist für viele Kundinnen und Kunden mit Kindheitserinnerungen verbunden.

Bloss kein Krach 

Abgesehen von den erwünschten Klängen, ist es in Migros-Filialen aber möglichst ruhig. «Viele Menschen leiden heute ohnehin schon unter Lärm», erklärt Marco Kramis (40), Bereichsleiter Ladengestaltung beim Migros-Genossenschafts-Bund. «Deshalb treiben wir viel Aufwand, um den Geräuschpegel so niedrig wie möglich zu halten.»

Glatte Fahrbahn

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Die Migros-Einkaufswagen sind mit Rädchen aus einem Belag aus Hartgummi ausgestattet, der im Vergleich zu billigen Kunststoffrädchen leiser abrollt. Die Bodenplatten in den Läden sind so verfugt, dass eine Fläche ohne Spalten entsteht. Darum lassen sich die «Wägeli» ohne Rattern durch die Filiale schieben.

Lärm lass nach!

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Wo es lauter zugeht, brechen Deckenlamellen die Schallwellen. Das gilt etwa für den Kassenbereich, wo Kundinnen und Kunden oft mit Münzen klimpern. Schallschluckend wirken auch von winzigen Löchern durchsetzte Holzpaneele, mit denen manche Wände verkleidet sind.

Kein Marktgeschrei

Die Zahl der Durchsagen und Filialwerbespots ist mit den Jahren deutlich gesunken. «Viele Leute empfinden es heute als aufdringlich, wenn zu oft Produkte per Lautsprecher angepriesen werden», erklärt Marco Kramis. «Über Aktionen informieren ja auch Plakate und die Migros-App.» Wenn gelegentlich doch noch Werbung aus dem Lautsprecher erklingt, so endet sie meist mit dem unverkennbaren Migros-Jingle. Diesen Ohrwurm hat der Filmkomponist und Musiker Markus Fritzsche (66) aus Wetzikon ZH in den 90er-Jahren geschrieben.

Ohne Gebrumm kühlen

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Hochwertige Kühltruhen sind schon ab Werk so gedämmt, dass das lästige Surren und Brummen weniger laut ist. Die Migros verkleidet ihre Kühlmöbel zusätzlich – zum Beispiel mit Holz.

Sanfter Sound In früheren Jahrzehnten setzte der Detailhandel auf eher laute Musik. In der Migros ist daraus inzwischen sanfter und oft kaum noch hörbarer Sound geworden. Es läuft gefällige, mehrheitsfähige Popmusik.

Sympathische Migros-Stimme 

Es gibt auch ausserordentliche Durchsagen, die noch immer unverzichtbar sind. Als die Schweiz wegen Corona in den Lockdown ging, starteten Migros und Pro Senectute gemeinsam das Projekt Amigos: Freiwillige Helfer konnten für gefährdete Personen aus ihrer Nachbarschaft einkaufen gehen. In den Filialen machte die sympathische Stimme von Prisca Haenggi (63) auf die Aktion aufmerksam.

Die versierte Werbesprecherin aus Basel zeichnete den Spot in ihrer Mundart und zusätzlich in einem neutralen Dialekt auf, den sie «Bahnhof Olten» nennt. «Mein Tonfall war betont ruhig, freundlich und zurückhaltend», sagt Haenggi. «Man muss nicht immer laut sein, um mit einer Botschaft gehört zu werden.»

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