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50 Jahre nach Schwarzenbach

Der lange Weg aus Italien in die neue Heimat

Vor 50 Jahren wollte die Schwarzenbach-Initiative die Zahl der Ausländer in der Schweiz reduzieren. Sie richtete sich vor allem gegen Gastarbeiter aus Italien. Zwei Familien, die bei der Migros tätig sind, blicken auf die schwierigen Jahre zurück.

Text Ralf Kaminski
Fotos Paolo Dutto
Sind in den 1950er-Jahren aus Caserta eingewandert: Rosa und Armando Capezzuto, 1977 auf der Chilbi in Meilen ZH. Sie haben heute neun Enkel- und neun Urenkelkinder in der Schweiz.

Sind in den 1950er-Jahren aus Caserta eingewandert: Rosa und Armando Capezzuto, 1977 auf der Chilbi in Meilen ZH. Sie haben heute neun Enkel- und neun Urenkelkinder in der Schweiz.

Maria Costantini erinnert sich noch gut an die Ängste ihrer Eltern vor der Schwarzenbach-Initiative: Wurden die Kinder beim Spielen etwas zu wild, hiess es sofort: «Psst, nicht so laut, sonst schmeissen sie uns raus!»

Armando und Rosa Capezzuto, ein Gastarbeiterpaar aus Caserta, nördlich von Neapel, war ernsthaft besorgt, dass das Schweizervolk die Vorlage annehmen könnte, und bemühte sich im Vorfeld der Abstimmung um besonderes Wohlverhalten der Familie. «Manchmal schlossen die Eltern sogar die Tür ab, damit wir zum Spielen nicht hinauskonnten, weil wir ja vielleicht jemanden stören könnten», erzählt Maria Costantini, heute 61 Jahre alt.

Viel entspannter gingen Giuseppe und Caterina Crisafulli mit der Initiative um. «Zwar wussten wir, dass man uns des Landes verweisen könnte, falls sie angenommen wird, aber wir hatten einen unbefristeten Arbeitsvertrag und keine Probleme mit der Polizei», erinnert sich Caterina Crisafulli (80). «Wir wären sicher nicht die Ersten gewesen, die hätten gehen müssen. Das beruhigte uns ein wenig.»

James Schwarzenbach über seine Initiative, die 1970 heftige Diskussionen auslöste (Ausschnitt aus SRF Dok).

Das Volk lehnte die Vorlage am 7. Juni 1970 schliesslich mit 54 Prozent der Stimmen ab – eine grosse Erleichterung für beide Familien. Und «ein Sieg der Vernunft», wie sich die von der Migros herausgegebene Tageszeitung «Die Tat» am Tag danach freute. Doch es klang auch Sorge mit: Da seien «Elemente angesprochen worden und auf die Barrikaden gestiegen, deren Rassismus unverfälscht an die Oberfläche trat. Diese Exzesse gehören zum Betrüblichsten, was uns von Schweizern je begegnet ist, und liessen das Schlimmste befürchten.»

Die Initiative des rechtsgerichteten Zürcher Nationalrats James Schwarzenbach richtete sich vor allem gegen die italienischen Gastarbeiter. Sie waren seit den 50er-Jahren ins Land gekommen, weil es hier in der Hochkonjunktur reichlich Arbeit gab. Auch in den Fabriken der Migros wurden viele von ihnen beschäftigt, weshalb «Die Tat» ebenso wie die Wochenzeitung «Wir Brückenbauer» (Vorläufer des Migros-Magazins) sich in ihren Artikeln stark gegen die Initiative engagierten.

James Schwarzenbach

James Schwarzen­bach (1911–1994) war Parteichef der Nationalen Aktion und sass von 1967 bis 1979 für Zürich im Nationalrat. (Bild: Keystone)

Aus den Archiven

Die Migros-Zeitungen «Die Tat» und «Wir Brückenbauer» warben im Vorfeld der Abstimmung für ein klares Nein zur Schwarzenbach-Initiative:

Die Überfremdungsinitiative ist ­keine Lösung: Bei Annahme würden allein im Kanton Zürich 67 000 Jahresaufenthalter ausgewiesen werden. Tausende von Arbeitsplätzen ständen leer. Maschinen und ­damit wertvolles Kapital läge brach und könnte nicht mehr genutzt werden. «Schmutzige Arbeit» ist in den letzten Jahren der wirtschaftlichen Hochkonjunktur nicht beliebter ­geworden. Wer würde sie verrichten? («Wir Brückenbauer», 28.2.1970)

Unsere Zukunft verlangt ein Nein: Die Initiative führt zu Auseinandersetzungen und stellt an den Stimmbürger grosse Anforderungen. Er muss fähig sein, sich über Vor­urteile hinwegzusetzen und unsere Zukunftsentwicklung richtig ein­zuschätzen. … Selbstverständlich kann die Einwanderung nicht zügellos ­erfolgen. Da liegt ein gewisses Versagen vor. … Es fehlte in den letzten Jahren an einer vernünftigen Koordinierung. … Die Initiative bietet keine Lösung. Sie würde eine ­organische Entwicklung der Wirtschaft in unverantwortlicher Weise abstoppen, zur Schliessung verschiedener ­Betriebe und zu einem noch nie dagewesenen Anstieg der Teuerung führen. Davon würden nicht in ­erster Linie die Unternehmer selbst betroffen, sondern die breite Masse, welche die Zeche zu be­zahlen hätte.  («Wir Brückenbauer», 20.3.1970)

Wir stehen vor der Frage, ob wir uns nach Vernunft und Menschlichkeit richten – oder ob wir das Rad der Geschichte zurückdrehen und unserem Land schweren Schaden zu­fügen wollen. … Konnte man den Befürwortern der Initiative urspünglich ihre Besorgnis wegen der Überfremdung glauben, so haben sie mit der Art ihres Kampfes Ressentiments aufgewühlt, die wir als eines freien Volkes unwürdig empfinden. ... Wer über unsere humanitäre Tradition spottet, wer unsere Wirtschaft bewusst schwächen will, wer mit fremdländischen Formen den Kampf führt, hat sein Recht ­verwirkt, für die Schweiz von ­morgen einzutreten und Zustimmung zu erwarten. («Wir Brückenbauer», 5.6.1970)

In den vergangenen Wochen und Monaten wurde viel mit Schlag­wörtern und Zahlen gefochten. ­Dabei wurde oft vergessen, dass hinter diesen Zahlen Menschen und Schicksale stehen – Männer, Frauen und Kinder, die betroffen sind und werden. Kann es uns gleichgültig sein, ob mit diesen Menschen ­um­gesprungen wird, als ob es sich um eine Ware handelt, die gekauft, ­verkauft, verpflanzt oder nach Gutdünken verschoben werden kann? ... Wie würden wir, wie würden die ­Befürworter der Initiative reagieren, wenn andere Länder mit unseren Schweizer Einwanderern so ­um­gehen würden, wie dies von den Initianten gegenüber unseren Fremdarbeitern verlangt wird?... Hat das mit Menschlichkeit noch das ­Geringste zu tun? Nein und nochmals nein! Der Ruf der humanitären Schweiz würde mit Füssen getreten. Wir wollen dafür sorgen, dass unser Land das bleibt, was ihm zu seinem hohen Ansehen verholfen hat: das menschlich grosszügige Ver­halten, die Aufgeschlossenheit allen ­Menschen und Rassen gegenüber. («Die Tat», 6.6.1970)

Unsere Abstimmung erhielt eine übernationale Bedeutung und wird für die Integration Europas von nicht geringem Gewicht sein. Wir dürfen darum mit einiger ­Genugtuung feststellen, dass wir die Probe bestanden und uns zu ­einer wesentlichen Abklärung durchgekämpft haben. Sie gilt für uns – aber auch für das im ­Entstehen begriffene Europa. («Wir Brückenbauer», 12.6.1970)

Caterina Crisafulli (links) sortiert  in den 80er-Jahren Früchte im Migros-Verteilzentrum.
Caterina Crisafulli (links) sortiert in den 80er-Jahren Früchte im Migros-Verteilzentrum.

Bei der Migros arbeiteten auch Giuseppe und Caterina Crisafulli, nachdem sie 1962 und 1963 kurz nacheinander aus Sizilien in die Schweiz gekommen waren; er beim Entladen der Lastwagen in der Verteilzentrale in Carouge La Praille GE, sie am gleichen Ort bei der Bereitstellung von Früchten und Gemüse.

«Es war leicht, da hineinzukommen, da meine Schwester dort bereits arbeitete», erzählt Giuseppe Crisafulli (85). Während er bald weiterzog und später Busfahrer in Genf wurde, arbeitete seine Frau bis zur Pensionierung am gleichen Ort, insgesamt 35 Jahre lang. Ihr Leben damals war einfach: «Wir waren froh, arbeiten zu können und Geld zu verdienen. Unser Sozialleben beschränkte sich darauf, andere Familienmitglieder zu treffen.»

Auch Rosa Capezzuto kam bei der Migros unter, in der Fabrik des Süsswaren- und Snackherstellers Midor. Sie war ihrem Mann Ende der 50er-Jahre in die Schweiz gefolgt. Er hatte sich schon Mitte der 50er-Jahre entschieden, sein Glück in der Schweiz zu versuchen, und folgte damit seinen Brüdern nach. Alle aus dem gleichen Grund: Es gab einfach keine Arbeit in der Region Caserta.

Armando Capezzuto fand eine Stelle als Kehrichteinsammler bei den Gebrüdern Schneider in Meilen ZH, die den Mitarbeitern für wenig Geld ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellten. Als er etwas Geld beisammen hatte, holte er seine Frau nach. Die Kinder jedoch durften nicht mit und blieben zunächst bei den Grosseltern.

Anstehen für den Kochherd

Als Rosa Capezzuto erneut schwanger wurde, kehrte sie für ein paar Monate nach Italien zurück, gebar ihr Kind, liess es dort und fuhr wieder in die Schweiz. Familiennachzug oder Familiengründungen in der Schweiz waren gesetzlich nicht erlaubt, die Lebensbedingungen überhaupt schwierig. Das Paar hatte zwar sein Zimmer, teilte sich aber Bad und Küche mit vielen anderen. Die beiden mussten oft anstehen, um sich am Herd etwas zu kochen.

Es dauerte noch einige Jahre, bis die Kinder endlich offiziell zu ihren Eltern durften. «Und ich wollte eigentlich gar nicht», er-innert sich Silvia Cesare, heute 57 Jahre alt. «Für mich waren die Grosseltern wie meine Eltern – als ich davon hörte, dass ich in
die Schweiz sollte, versteckte ich mich draussen.» Aber es half nichts, sie wurde in die Schweiz geholt und fühlte sich schrecklich hier. Sogar ihre Eltern waren ihr fremd. Immerhin musste sie nicht mehr versteckt werden, anders als noch ihr älterer Bruder.

«Unsere Mutter war damals in der Midor dafür zuständig, Kartonschachteln vorzubereiten, in die Waren gepackt wurden», erzählt Silvia Cesare. «Und weil sie unseren Bruder, den sie heimlich während seiner Ferien zu Gast hatten, nicht allein zu Hause lassen konnten, nahm sie ihn mit in die Firma. Dort durfte das aber niemand mitbekommen, weshalb er sich den ganzen Tag still hinter den Kartonschachteln verstecken musste.»

Schwierige Schulzeit

1975 Midor Meilen, Nüssliabteilung: Maria ­Costantini (rechts) mit einer Kollegin
1975 Midor Meilen, Nüssliabteilung: Maria ­Costantini (rechts) mit einer Kollegin

Während Armando Capezzuto bis kurz vor seinem frühen Krebstod 1983 bei der Müllabfuhr arbeitete, machte seine Frau bei der Midor verschiedene Jobs und landete schliesslich bei der Nussverarbeitung, wohin sie auch ihre Töchter nachholte. Doch zunächst mussten die Kinder durch die Schweizer Schulen. Alle vier landeten in der Sonderschule, weil sie mangels Sprachkenntnissen dem regulären Stoff nicht folgen konnten. «Und unsere Eltern haben sich nicht dagegen gewehrt», sagt Marco Capezzuto (52), «weil sie es nicht konnten und nicht besser wussten.»

Überhaupt habe der Vater keinen Wert auf Schulbildung gelegt. «Er hatte nur gerade die 1. Klasse gemacht, konnte weder lesen noch schreiben.» Ihm sei nur wichtig gewesen, dass seine Kinder eine Arbeit finden und irgendwann in Italien ein Haus bauen können. «Hätte eine der Töchter aufs Gymnasium gehen wollen, hätte er nur geschimpft.» Die beruflichen Optionen der Capezzuto-Sprösslinge blieben also begrenzt.

Drei Capezzutos der zweiten Generation heute: Maria Costantini, Silvia Cesare und Marco Capezzuto (von links)

Drei Capezzutos der zweiten Generation heute: Maria Costantini, Silvia Cesare und Marco Capezzuto (von links)

Dennoch fanden sie alle ein gutes Auskommen: Die beiden Töchter Maria Costantini und Silvia Cesare arbeiten bis heute bei der Midor, Maria Costantini erstmals mit 15 und nach einem Unterbruch nun seit 21 Jahren, Silvia Cesare gar seit 42 Jahren. Sohn Marco Capezzuto ist Lastwagenchauffeur – wie sein Vater bei Gebrüder Schneider –, hat aber früher auch ab und zu bei der Midor gejobbt. Insgesamt war rund ein Dutzend Mitglieder der inzwischen auf vier Generationen angewachsenen Familie schon mal dort im Einsatz – alles dank Rosa Capezzuto, deren Zuverlässigkeit und Fleiss den Grundstein dafür gelegt hatte.

Es war die einfache Art der Jobs, für die man kein Deutsch können musste, die die Midor damals für Gastarbeiter so attraktiv machte. Zudem erlaubte die Schichtarbeit in der Fabrik eine grosse Flexibilität, etwa die Möglichkeit, halbtags oder abends zu arbeiten, wenn man Kinder hatte. «Die Firma hat sich auch immer gut um uns gekümmert», sagt Silvia Cesare.

Ausländer – hier wie dort

Während die Capezzutos in Meilen immer wieder mal mit Feindseligkeiten konfrontiert waren, nahmen die Crisafullis in Genf dies kaum wahr. «Unsere Arbeitskollegen waren fast alle Italiener oder andere Ausländer», sagt Caterina Crisafulli. Zudem hätten sie sich äusserst diskret verhalten und nie Forderungen gestellt. «Und wenn sich doch mal ein Schweizer abschätzig äusserte, taten wir so, als hätten wir nichts verstanden», erzählt Giuseppe Crisafulli mit einem Lächeln.

Das Paar lebt noch immer in Genf, verbringt aber mehrere Monate pro Jahr in Sizilien. Zurückkehren wollen sie nicht. «Kinder und Enkel sind hier, ausserdem ist das Schweizer Gesundheitssystem besser», sagt Caterina Crisafulli. «Wir gelten ohnehin an beiden Orten als Ausländer, aber in der Schweiz sind wir gut integriert, in Sizilien längst nicht mehr.» Sie selbst fühlen sich eher als Schweizer.

Caterina und  Giuseppe  Crisafulli heute, mit ihrer Tochter Lorenza Bays.

Caterina und Giuseppe Crisafulli heute, mit ihrer Tochter Lorenza Bays.

Rosa Capezzuto hingegen war 1983 nach dem Tod ihres Mannes nach Italien zurückgekehrt, er wollte in der alten Heimat begraben werden. Den jüngsten Sohn Marco nahm sie mit, doch mangels Arbeitsperspektiven kehrte er 1987 in die Schweiz zurück.

«Viele Italiener dieser Einwanderungsgeneration planten, nach der Pensionierung heimzukehren und in dem Haus zu leben, das sie sich mit dem Geld aus der Schweiz bauen konnten», sagt Marco Capezzuto, «aber fast so viele halten es nicht aus und kehren zurück. Weil ihnen das Leben in Italien fremd geworden ist, weil vieles weniger gut funktioniert als hier und weil sie ihre Kinder und Enkel vermissen.» Rosa Capezzuto jedoch blieb in Caserta und kam nur noch zu Besuch. 2010, mit 77 Jahren, starb auch sie an Krebs.

Ihre Nachkommen fühlen sich in der Schweiz längst zu Hause. Würden Armando und Rosa Capezzuto noch leben, könnten sie sich an neun Enkel- und neun Urenkelkindern erfreuen, die mehrheitlich in der Region Meilen wohnen und ein gutes Leben führen.

Einer dieser Enkel ist Vincenzo Costantini (39), der 2000 auch ein paar Monate bei der Midor arbeitete. Er hat den Erzählungen seiner Mutter Maria und ihrer Geschwister staunend zugehört. Im Kindergarten und im ersten Lehrjahr als Automechaniker bekam aber auch er noch Italienerfeindlichkeit zu spüren. «Ein albanischer Kollege und ich haben die Lehre abgebrochen und woanders weitergeführt, weil wir von anderen Lehrlingen ständig angefeindet wurden.»

Antirassismus-Strafnorm half

Auch Lorenza Bays, die Tochter der Crisafullis, fühlte sich als Kind oft ausgegrenzt: «Ich war quasi ‹die Italienerin›. Deswegen habe ich mich damals zu Hause geweigert, mit meinen Eltern Italienisch zu sprechen.» Weil sie in der Schweiz geboren wurde, sei es ihr jedoch leichtgefallen, sich hier ein gutes Leben aufzubauen.

Dass sie dabei ebenfalls bei der Migros landete, war jedoch reiner Zufall: Die 49-Jährige arbeitet beim HR des Bäckereibetriebs Jowa Romandie. Sie ist auch gerne in Italien. «Meine Wurzeln liegen dort. Trotzdem bleibt Sizilien ein Ferienort, wo ich nicht leben könnte.» Sie fühlt sich als Schweizerin, obwohl sie beide Pässe besitzt.

Wirklich aufgehört hätten die italienerfeindlichen Sprüche erst mit der Einführung der Antirassismus-Strafnorm 1994, sagt Marco Capezzuto. «Davor hiess es immer wieder: Hau doch ab, du Sau-Tschingg!» Doch nachdem das neue Gesetz in Kraft getreten war, habe er bei solchen Beschimpfungen mit einer Anzeige gedroht. «Das hat gewirkt. Und seither ist gut.»

Sein Neffe Vincenzo Costantini fühlt sich in der Schweiz daheim: «Es ist schön, nach Italien in die Ferien zu gehen. Aber ich freue mich auch immer, wieder nach Hause zu kommen.» Den anderen geht es genauso. Einzig die finanzielle Situation nach der Pensionierung macht Marco Capezzuto ein wenig Sorgen. «Hier wird es dann vielleicht eng, in Italien könnte man mit dieser Rente gut leben.»

Maria Costantini, die nahe an der Pensionierung ist, freut sich gar nicht darauf. «Ich arbeite so gerne bei der Midor, es ist wie in einer Familie. Am liebsten würde ich dort einfach immer so weitermachen.» 

Zahlen und Fakten

17,2% betrug der Ausländeranteil 1970, im Jahr der Schwarzenbach-Initiative.

54% aller Ausländer in der Schweiz waren damals Italiener, rund 580 000 Personen. 350 000 von ihnen hätten die Schweiz verlassen müssen, wäre die Initiative angenommen worden.

75% betrug die Stimmbeteiligung bei der Abstimmung. 54 Prozent stimmten am Ende Nein.

24,2% betrug 1970 der Anteil der ausländischen Mitarbeiter bei der Migros-Gruppe, die damals gut 29 000 Menschen beschäftigte.

29,6% der Migros-Mitarbeitenden hatten 2019 einen ausländischen Pass, das sind 31 411 Personen.

24,7% betrug der Ausländeranteil in der Schweiz Ende März 2020, bei rund 8,6 Millionen Einwohnern. Noch immer stammen die meisten Ausländer aus Italien, rund 15 Prozent.

Quellen: Bundesamt für Statistik, MGB, NZZ

Die Geburtsstunde des Schweizer Rechtspopulismus: Gegen das Fremde – James Schwarzenbach | Doku | SRF DOK

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