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12 Tipps und Fakten

Was du übers Engadin wissen musst

Das Engadin hat viel zu bieten. Zum Beispiel einen eigenen Flughafen. Wir verraten dir noch mehr Fakten – inklusive Wandertipps.

Text Redaktion Migros-Magazin
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Das Val Bever lässt sich wandernd gut erkunden.

Der Wind für Wassersportler

Silvaplana gilt als Mekka für Wassersportler. Das liegt
am Malojawind – ein Wind, der in die falsche Richtung bläst.
In der Schule haben wir gelernt: Der Talwind bläst tagsüber talaufwärts, der Bergwind nachts talabwärts. Beim Malojawind ist es genau umgekehrt. Und da das Oberengadin Richtung Bergell keinen Talabschluss hat, kann der Bergeller Talwind ungehindert über den Malojapass Richtung Silser-, Silvaplaner- und St. Moritzersee strömen.

Wo die Reichen und Schönen landen

Das Oberengadin hat mit dem Engadin Airport in Samedan einen der höchstgelegenen Flughäfen in Europa. «Nirgends kann man den Reichen und Prominenten so nahe sein wie hier», sagt Flughafen-Chef Beat Margadant. Während der Hochsaison landen täglich bis zu 74 Jets auf der knapp zwei Kilometer langen Landebahn. 

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Wandertipp

Wir starten im schönen Sils-Maria und laufen gemütlich dem Silsersee entlang über Isola nach ­Maloja, das die Oberengadiner Seenplatte mit dem Bergell verbindet. Von Maloja aus erreicht man auf einem einfachen Wanderweg den Cavloc-See (Bild), eingeklemmt zwischen dem imposanten Piz Margna und dem Salacina. Weiter gehts fast auf gleicher Höhe zum viel kleineren Lägh da ­Bitabergh. Ein paar Schritte entfernt belohnt man sich mit ersten Ausblicken ins Bergell. Für die volle Bergeller Fernsicht mit den Spitzen Badile und Cengalo erklimmt man von der Cavloc-Alp jedoch die Motta Salacina.  

Strecke: 16 Kilometer, 370 Höhenmeter, Dauer: 4 Stunden 30 Minuten

Die Schwarzen Seen

Im Oberengadin tritt regelmässig ein gefährliches Naturphänomen auf: die sogenannten Schwarzen Seen. Wenn die Temperaturen mehrere Tage unter null Grad liegen, in dieser Zeit jedoch kein Schnee fällt, entsteht eine ungetrübte Eisschicht – der See sieht aus wie ein schwarzes Loch. Dabei ist jedoch
schwer abzuschätzen, wie dick die Eisschicht tatsächlich ist. Deshalb müssen immer wieder Personen gerettet werden, die durchs Eis gebrochen sind.

Wie im Himalaya

Eine Technologie aus dem Himalaya-Gebiet soll die Oberengadiner Gletscher retten. Im Februar 2021 hat die Projektgruppe Mort Alive sogenannte Schneiseile über den Morteratschgletscher gespannt. Das dazu benötigte Schmelzwasser wird – analog einem ähnlichen Projekt im Himalaya – in Eiskegeln gespeichert. Der künstliche Schnee soll die Sonnenstrahlen reflek-tieren und so dazu beitragen, dass der Gletscher weniger schmilzt

Kältester April

Im April dieses Jahres war es im Oberengadin im Schnitt 1,9 Grad kalt – das ist der tiefste Wert seit 30 Jahren. Der Grund: Polarluft und anhaltende Bisenlage.

Das Kältesee-Phänomen

In einer Januarnacht fällt in Samedan auf 1708 Metern über Meer die Temperatur auf –24,5 Grad. Gleichzeitig werden im knapp zehn Kilometer entfernten Skigebiet Corviglia auf rund 2600 Metern «nur» –14,5 Grad gemessen. Das liegt am sogenannten Kältesee-Phänomen: In der Nacht sinkt die kalte Luft die Berghänge hinunter und sammelt sich an der tiefsten Stelle – in der Ebene bei Samedan – an. Da die kalte Luft aufgrund der Topografie nicht weiter abfliessen kann, bildet sich ein Kaltluftsee.

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Wandertipp

Beim ersten Besuch im Oberengadin darf die Fahrt mit der­ Zahnradbahn auf den Muottas Muragl (Bild) nicht fehlen, denn der Berg eröffnet einmalige ­Ausblicke auf die Engadiner Seen. Das Staunen lässt sich mit einem ­gemütlichen Spaziergang auf der sogenannten Höhenflaniermeile zur Alp Languard verbinden – ins Restaurant und zur Sesselbahn, die hinab nach Pontresina führt. Wer ­richtig schwitzen möchte, steigt zur Chamanna Segantini hoch (400 Höhen­meter und zwei Stunden mehr inklusive Abstieg zur Alp Languard) und bestaunt etwa das Val Roseg und vor dem geistigen Auge Segantinis Schafberg-Bilder. 

Strecke:  7 Kilometer, 190 Höhenmeter; Dauer:  2 Stunden

Indischer Polterabend

Im Februar 2019 fand in St. Moritz während drei Tagen ein 100 Millionen Franken teurer indischer Polterabend statt. Mit dabei: eine Märchenkutsche, 850 Gäste und ein eigens gebauter Wintervergnügungspark.

Engadiner Zungenbrecher

Für Feriengäste aus anderen Kantonen  oder Ländern ist es eine echte Herausforderung, gewisse Ortsnamen richtig auszusprechen. So klingts richtig:

Samedan: Sameden
Die Betonung liegt auf dem ersten E.

Celerina: Celerina
Der erste Buchstabe wird als C
und nicht als Tsch ausge­sprochen.

La Punt Chamues-ch: La Punt ­Tschamuesch-tsch

Muottas Muragl: Muatas Muraj
Das U und das A im Wort Muatas
verschmelzen.

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Wandertipp

Wer länger wandern mag, erforscht dank vieler Rast- und Aussichtspunkte auf einer Tagestour die Rückseite des Skigebiets von Corviglia und Piz Nair: Von der Bergstation der Signalbahn aus erklimmt man morgens den Suvrettapass. Danach durchläuft man ein spektakuläres Hochtal, bevor das lieblichere Val Bever (Bild) wartet. Von der Bahnstation Spinas erreicht man Samedan, St. Moritz oder das Unterland. Wem das nicht reicht, der läuft von der Alp ­Suvretta westwärts weiter dem Beverin entlang – im Extremfall bis zur Jenatschhütte (hin und zurück vier Stunden und 600 Höhenmeter mehr).

Strecke: 18 Kilometer, 590 Höhenmeter; Dauer: 5 Stunden 15 Minuten

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