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Hilfe, Moskitoalarm!

Darum plagen uns jetzt so viele Mücken

Wieso die Bedingungen für Mücken dieses Jahr besonders gut sind und was gegen die Plagegeisgter hilft.

Text Rahel Schmucki
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Nervige Stechmücken: Diesen Sommer gibt es besonders viele Moskitos. Das liegt am regnerischen Sommer und den Überschwemmungen.  (Bild: GettyImages)

Wieso sind die Bedingungen für die Mücken dieses Jahr so gut?

Stechmücken entwickeln sich im Wasser, dieses Jahr hat es viel geregnet und deshalb viele Brutstätten für Mücken gegeben. Die Überschwemmungsmücken beispielsweise legen ihre Eier in die feuchte Erde in der Nähe von Gewässern, die regelmässig über die Ufer treten. Ein Weibchen kann in seinem Leben hunderte Eier legen. Die Eier können mehrere Jahre überdauern und sind oft kälte- und trockenresistent, bis das Gewässer wieder über die Ufer tritt und die Eier überschwemmt. Kommen die Eier mit dem Wasser in Berührung, schlüpfen die Larven und nach gut einer Woche fliegen die ersten Mücken. Dieses Jahr haben sich wegen des vielen Regens besonders viele Überschwemmungsmücken entwickelt.

Um welche Uhrzeit werden die Mücken aktiv?

Die heimischen Mückenarten tauchen in der Dämmerung auf und sind dann in der Nacht aktiv. Die invasiven Arten, wie die «Tigermücke»,sind auch am Tag unterwegs.

Welche Gebiete in der Schweiz sind besonders betroffen?

Sehr viele Mücken gibt es in den Gebieten um fliessende Gewässer, die regelmässig über die Ufer treten. Neben den Überschwemmungsgebieten legt aber zum Beispiel die Gemeine Hausmücke ihre Eier auch in kleinere Wasserstellen, wie zum Beispiel in einen Pflanzenunterteller oder einem Kinderplanschbecken ab. Man kann sich also auch unabsichtlich seinen eigenen Mückenschwarm im Garten züchten.

Was hilft gegen Mückenstiche wirklich?

Gegen das Jucken hilft vor allem Kühlen. Benutzen Sie eine kühlende Auflage oder tragen Sie eine kühlende Lotion mit Menthol auf (im Kühlschrank aufbewahren). Auch wenn es juckt, kratzen Sie Mückenstiche nicht auf, denn dadurch können Krankheitserreger eindringen. Ausserdem wird dabei der Mückenspeichel in der Haut verteilt und es juckt noch mehr. Weitere Informationen finden Sie hier

Kratzen verboten

Es hört einfach nicht auf zu jucken? 

So viel sei hier schon verraten: Kratzen hilft nicht. Nie. Das sorgt höchstens für minimal unangenehme bis maximal schmerzhafte Entzündungen. Doch ob Hausmittelchen wirklich etwas taugen oder doch die Pestizid-Keule ran muss – iMpuls.ch weiss Rat.

Wie kann man sich persönlich schützen?

Tragen sie lange Ärmel und ziehen Sie sich die Socken über die Hosenbeine. In Gegenden, in denen Mücken gefährliche Krankheiten übertragen, sollte man unbedingt erwiesenermassen wirksame Antimückenmittel (Repellents) Insektenschutzmittel verwenden.  Zudem mögen Mücken keine kühlen Räume und keinen Wind. Auch helle Kleidung aus luftigem Stoff hilft gegen Mücken.

Haben Mücken auch einen positiven Effekt auf die Umwelt oder sind sie nur nervig?

Mücken sind die Nahrung für ganz viele Tiere. Fische und Libellenlarven fressen die Mückenlarven im Wasser, Vögel und Fledermäuse schnappen sich die Mücken, die in der Luft unterwegs sind.

Welche Mückenarten kommen bei uns am meisten vor? Sind das heimisch oder invasive Arten?

Es gibt rund 50 Stechmückenarten in der Schweiz. Die häufigsten heimischen Arten, mit denen wir in Kontakt kommen, sind die «Gemeine Hausmücke» und die «Überschwemmungsmücke». Seit einigen Jahren werden auch die invasive «Tigermücke» und die «Buschmücke» vermehrt gefunden.

Welche Mückenarten können für den Menschen gefährlich werden?

Die «Tigermücke» kann das tropische Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus von einer infizierten auf eine noch nicht-infizierte Person übertragen. In der Schweiz (und auch in Deutschland) gab es bisher jedoch noch nie einen solchen Fall. Die Gefahr von einer Mücke gestochen zu werden, die einen Krankheitserreger in sich trägt, ist hier äusserst gering.   Die anderen Arten sind lästig, aber aus medizinischer Sicht harmloser.

Wie merkt man, dass man von einer Tigermücke gestochen wurde?

Tigermücken stechen im Gegensatz zu unseren einheimischen Arten auch am Tag. Einem Stich sieht man nicht an, von welcher Mückenart er ist. Jeder reagiert anders auf Stiche.

So haben Mücken keinen Stich

Was kann man gegen die Vermehrung der Mücken tun?

Damit sich die Tigermücke nicht in der Schweiz ausbreitet, werden ihre Brutstätten, wie etwa kleine Wasseransammlungen, eliminiert und die zuständigen Stellen gehen mit biologischen Mitteln gegen die Larven vor. Jeder kann einen Beitrag leisten: Lassen Sie keine mit Wasser gefüllten Topfuntersetzer oder Kinderschwimmbecken stehen, sondern leeren Sie das Wasser nach etwa zwei Tagen aus. So sterben die Larven ab, bevor die Mücken schlüpfen können. Das hilft sowohl bei invasiven wie auch bei einheimischen Mückenarten.

Haben Sie eine schwarz-weiss gestreifte Mücke gesehen? Es könnte sich um eine Tigermücke handeln. Hier können Sie das hier melden.

(Quelle: Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich, Schädlingsprävention)

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