Navigation

Jucken auf dem Kopf

So geht es Läusen an den Kragen

Kopfläuse sind nervig. Wie man den lausigen Kopfbewohnern den Garaus macht? Eine Anleitung in 6 Schritten.

Text Bettina Bendiner
184835

Wenn es Kinder am Kopf juckt, dann könnten Läuse im Spiel sein. (Bild: Getty Images)

Läuse sind lästig, brutal lästig. Die Kopfhaut juckt grausam. Und sie machen unnötig viel Aufwand. Nach den Schulferien haben sie Hochsaison auf Kinderköpfen – und wechseln freudig ihren Wirt. Die gute Nachricht? Man kriegt sie dran – mit diesen sechs goldenen Regeln.

1. Transparenz schaffen

Es bringt nichts, wenn Eltern ihre Kinder im Geheimen entlausen. Vielleicht brütet das Nachbarskind schon selbst eine Kompanie aus. Läuse sind flinke Dinger. Pro Minute können sie mit ihren sechs Beinen beeindruckende 20 Zentimeter zurücklegen. Das reicht, um beim Kuscheln vom Kind auf die Eltern oder eben beim Spielen und Köpfe zusammenstecken auf den besten Buddy zu marschieren. Deshalb – Schritt 1: Informiert eure Liebsten, die Betreuungseinrichtung, die Schule, einfach möglichst alle. Nur gemeinsam werden Läuse einsam.

2. Suchen und Finden – und jetzt?

Läuse in der Klasse oder im Hortgrüppchen? Diese besonders beliebte Info-Mail kommt gerne direkt nach den Ferien. Warum uns diese Plage vor allem nach den Ferien heimsucht, ist nicht erforscht. Ein ausgewachsenes Tier misst übrigens zarte 3 bis 4 Millimeter. Die Farbe dieser Parasiten variiert zwischen durchsichtig-gräulich und bräunlich-rötlich, je nachdem wie lange die letzte Blutmahlzeit zurückliegt.

Bevor wir unsere Köpfe also mit öligem Pestizid-Shampoo beglücken, lohnt sich dieser Schritt: Eine grosszügige Portion Pflegespülung auf die nassen Haare verteilen, gut durchbürsten und dann Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm durchkämmen. Den Kamm zwischendurch an einem weissen Stück Haushalts- oder Toilettenpapier abstreifen und kontrollieren. Man sieht ziemlich schnell, ob Läuse, Eier oder Nissen da sind. Tipp: Sie hängen sich gerne nahe an die Kopfhaut oder hinter die Ohren und in den Nacken – da herrschen für sie besonders passende Temperaturen.

3.  Läuse gefunden – und jetzt?

Starten wir mit der guten Nachricht: Wenn die Kammkontrolle keine lebende Laus zutage fördert, braucht es noch keine Radikalbehandlung. Es ist also irrelevant, ob schon Eier oder Nissen (die weisslichen Eihüllen) auf dem Papiertuch liegen. Wichtiger ist zu wissen: Eine kleine Läusefrau legt zwei bis drei Tage nach der Befruchtung vier bis sechs minikleine Eier. Nach sieben Tagen kommt das Lausbaby dann zur Welt. Eine Laus lebt etwa 20 bis 30 Tage und kann in dieser Zeit eine bis zu 100 Läuse starke Grossfamilie gründen. Ein Läusebaby – oder professionell eine Nymphe oder Larve – kann den Kopf übrigens noch nicht wechseln. Wer also Nissen oder Eier findet, der muss nur weiter kämmen.

184942

Läuse und Nissen. Eine Laus braucht alle 2 bis 3 Stunden frische Nahrung. Dazu sticht sie zu und saugt Blut. Die Folgen: Der Kopf juckt. : (Bild: Getty Images)

4. Haare heiss föhnen, bringt gar nichts

Die Faustregel: Das Haar während 14 Tagen zweimal die Woche mit dem Nissenkamm durchsuchen. Gibt’s keine lebenden Läuse, dann reicht das. Dann sind die Eier leer oder die Nissen/Läuse darin schon tot. Radikaler geht es lebenden Läusen an den Kragen: Dann muss ein Mittel mit Pedikuloziden ran. In der Apotheke gibt es verschiedene Produkte. Meist sind das leicht ölige, geruchlose Shampoos, die ins trockene Haar kommen, nach einer Einwirkzeit aufgeschäumt und dann gründlich ausgespült werden.

Die Hülle der Eier – sie besteht aus Chitin - ist ziemlich widerstandsfähig. Eine Behandlung reicht nicht unbedingt. Den ganzen Shampoo-Zauber also unbedingt nach 7 Tagen noch einmal wiederholen. Zweimal die Woche mit dem Zackenkamm durchzugehen, bleibt uns trotzdem nicht erspart. So überprüfen wir den Erfolg der Behandlung und verhindern eine Neuansteckung. Übrigens: Einmal die Haare föhnen, bringt nichts. Läuse sind ziemlich hitzebeständig.

Welche Parasiten Menschen sonst noch lieben? 

Wer dachte, das mit dem Jucken hat sich mit der Läusetherapie erledigt, liegt leider falsch. Es gibt noch andere kleine Tierchen, die Menschen ganz besonders lieben. Mehr Infos zum Thema gibt es auf iMpuls.

5. Und jetzt noch zu den Mythen

Früher rackerten sich Eltern mit Waschen von Plüschtieren, Sofabezügen, Decken und allerhand anderem Textilem ab, entsorgten Velo-Helme, Wintermützen oder andere Kopfbedeckungen. Die gute Nachricht: Läuse brauchen Menschen zum Überleben. Wenn sie mit ihrem Stech-Saugrüssel nicht alle 2 bis 3 Stunden frisches Blut bekommen, dann sterben sie. Läuse brauchen die ganz speziellen Bedingungen auf der Kopfhaut. Da ist es warm, leicht feucht und das Blut-Buffet ist immer in Saugnähe. Es bringt auch nichts, eine lange Haarpracht zu stutzen. Läuse sind genügsam, ein paar wenige Haarzentimeter reichen zum Gedeihen. Was sich lohnt: Kämme, Bürsten oder Haargummis in heisses Seifenwasser legen; Läuse sterben bei ca. 60 Grad.

6. Prophylaxe – einmal Läuse nie mehr Läuse?

Läuse kennen keine Hemmungen und kommen immer wieder. Sie heben stressgeplagte Beziehungen aufs nächste Level: Wer den Partner oder die Partnerin schon einmal entlaust hat, den haut vermutlich nichts mehr um. Die Kopfhaut mit allerhand ätherischen Ölen zu versorgen, ist wenig wirkungsvoll. Ist das Öl einmal verdampft, haben Blutsauger wieder freie Bahn. Und die prophylaktisch behandelte Kopfhaut reagiert im schlimmsten Fall allergisch.

Schon gelesen?