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Einbruchschutz

Das hilft wirklich gegen Einbrecher

In der dunkleren Jahreszeit nehmen die Einbrüche zu. Es kursieren in der Bevölkerung viele Annahmen, wie man sich am besten schützt. Was stimmt wirklich? Wir haben den Faktencheck gemacht – mithilfe der Polizei.

Text Lisa Stutz
Gelegenheit macht Diebe – stimmt das wirklich? (Bild:Getty)

Gelegenheit macht Diebe – stimmt das wirklich? (Bild:Getty)

In der Nacht sollte man irgendwo im Haus das Licht brennen lassen.
Teilweise richtig. Das sollte man nicht nur in der Nacht tun, sondern vor allem dann, wenn man nicht zuhause ist. Mit Licht die eigene Anwesenheit vorzutäuschen, ist ein guter Trick. Einbrecher suchen sich vor allem Objekte aus, in denen kein Licht brennt.

Im Herbst und Winter muss man sich am meisten vor Einbrechern in Acht nehmen.
Teilweise richtig. Grundsätzlich wird das ganze Jahr eingebrochen. Aber tendenziell ist es richtig, dass Einbrüche in den dunkleren und nebligeren Jahreszeiten zunehmen.

In Einfamilienhäuser wird mehr eingebrochen als in Wohnungen.
Falsch. Die Zahlen zeigen, dass überall etwa gleich häufig eingebrochen wird. Wer also in einer Wohnung wohnt, ist nicht sicherer als jemand, der in einem Einfamilienhaus lebt. In Mehrfamilienhäusern sind tendenziell die untersten und die obersten Wohnungen am gefährdetsten. Unten können Einbrecher am leichtesten einsteigen, zuoberst werden sie von den wenigsten Leuten gestört. In einem Mehrfamilienhaus ist zudem darauf zu achten, dass die Eingangstüre immer verschlossen ist, und dass man niemand Fremdes ins Treppenhaus lässt.

Wurde bei dir schon mal eingebrochen?

Ich muss wertvolle Gegenstände bei mir im Schlafzimmer aufbewahren, besonders wertvolle sogar unter dem Kopfkissen.
Falsch. Die Polizei rät, wertvolle Gegenstände gar nicht zuhause oder dann in einem Tresor aufzubewahren. Täter schauen sich überall um, auch im Schlafzimmer. Man sollte darauf achten, möglichst wenig Bargeld im Haus zu haben. Wenn man in die Ferien geht, sollte man seinen Schmuck mitnehmen oder in einem Schliessfach bei der Bank deponieren.

Es lohnt sich, viel Geld in eine teure Alarmanlage zu investieren.
Teilweise richtig. Das kommt auf die individuelle Situation an – auf das Haus, die Lage und die Bedürfnisse der Bewohner. Die meisten Kantonspolizeien bieten für private sowie gewerbliche Liegenschaften kostenlose Sicherheits- und Einbruchschutzberatungen an. Dabei kommt eine Beraterin oder ein Berater zu einem nach Hause oder in die Gewerberäumlichkeiten und gibt eine Einschätzung ab, wie sicher die Liegenschaft ist und wie man sie noch sicherer machen könnte. Es muss nicht unbedingt eine Alarmanlage sein.

Ich wohne in einem kleinen, idyllischen Dorf. Bei uns gibt es keine Einbrecher.
Falsch. Leider wird überall eingebrochen. Es gibt Kriminaltouristen, die durch die Schweiz ziehen, um einzubrechen – das kann überall passieren. Aber natürlich kann es in grösseren Gemeinden oder Städten einfacher für Einbrecher sein, weil sie da weniger auffallen.

Es wird vor allem nachts eingebrochen, tagsüber ist es für Einbrecher zu hell.
Falsch. Die meisten Einbrüche finden am Tag oder am Abend statt, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht zuhause sind.

Ein «Warnung vor dem Hunde»-Schild am Gartentor schreckt Einbrecher ab. Egal, ob ich wirklich einen Hund habe oder nicht.
Richtig. Es ist gut möglich, dass sich der Einbrecher durch ein solches Schild nicht aufs Grundstück getraut. Ob man wirklich einen Hund hat oder nicht, wissen die Einbrecher oft nicht. Die meisten sind spontan unterwegs und beobachten das Haus nicht seit Tagen. Hat der Nachbar kein solches Schild, wird wahrscheinlich eher bei ihm eingebrochen.

Es ist nicht schlimm, das Fenster tagsüber und in der Nacht gekippt zu haben.
Falsch. Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster. Man bringt es ohne grossen Aufwand auf. Die Polizei rät dringend, beim Verlassen des Zuhauses alle Fenster und Türen ganz zu verschliessen. Wird durch ein gekipptes Fenster eingebrochen, kann das auch Probleme mit der Versicherung geben. Darum: Lieber erst nach der Rückkehr die Wohnung lüften.

Verdächtig sind vor allem Männer, die sich in der Nachbarschaft aufhalten. Frauen begehen keine Einbrüche.
Falsch. Auch Frauen begehen Einbrüche. Wenn einem jemand im Quartier verdächtig vorkommt – egal ob Mann oder Frau –, sollte man unbedingt die Polizei anrufen.

Wenn ich nachts einen Einbrecher bei mir im Haus höre, hole ich am besten sofort den Baseballschläger und vertreibe den Übeltäter auf eigene Faust.
Lieber nicht. Wer konkrete Geräusche hört, sollte sich ebenfalls bemerkbar machen: Licht anzünden, sich räuspern, den Fernseher einschalten. Die meisten Einbrecher suchen dann das Weite. Man sollte möglichst keine Konfrontation suchen, sondern im Zimmer bleiben und die Polizeirufnummer 117 wählen. Den Helden spielen bringt nichts.

Lässt du das Licht abends an, wenn niemand da ist?

Sich Fernsehsimulatoren und Zeitschaltuhren anzuschaffen ist in den meisten Fällen übertrieben und paranoid.
Falsch. Das sind kostengünstige Varianten, um Anwesenheit vorzutäuschen. Zeitschaltuhren zum Beispiel sind eine gute Möglichkeit, dass an unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten im Haus das Licht brennt. Die Polizei empfiehlt solche Gadgets sehr.

Ich wohne jetzt schon 20 Jahre hier, und es wurde noch nie eingebrochen. Ich kann mich sicher fühlen.
Leider falsch. Man kann nicht davon ausgehen, dass das Haus deshalb unattraktiv für Einbrecher ist. Viel eher lohnt es sich, sich Gedanken darüber zu machen, ob das Haus genug sicher ist und wie man es noch sicherer für die nächsten 20 Jahre machen kann. Oft machen das die Leute erst nach einem Einbruch – aber dann ist es eigentlich schon zu spät.

Für diesen Faktencheck Auskunft gegeben hat uns Carmen Surber, sie ist Mediensprecherin bei der Kantonspolizei Zürich.

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