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11 Mythen

Was du über Poulet wissen solltest

Einst war es das Fleisch der Könige, heute ist Geflügel das Lieblingsfleisch der Schweizerinnen und Schweizer. Wie wird es am besten zubereitet? Was ist besser: Flügel oder Schenkel? Eine Bestandsaufnahme.

Text Patricia Brambilla
Ein Poulet kann auf viele Arten zubereitet werden. Das im Bild wurde Knoblauch und Zitrone im Ofen gebraten. (Bild: Migusto)

Ein Poulet kann auf viele Arten zubereitet werden. Das im Bild wurde Knoblauch und Zitrone im Ofen gebraten. (Bild: Migusto)

Hühnerfleisch muss ausgepackt werden, bevor es in den Kühlschrank kommt

Falsch. Wenn Pouletfleisch vakuumverpackt gekauft wird, muss man es unbedingt auch so lagern und erst kurz vor der Zu­bereitung auspacken. Wenn Sie es beim Metzger kaufen, nehmen Sie es am besten aus der Papierverpackung und legen es in ein sauberes Gefäss, das mit Frischhaltefolie abgedeckt wird. «Fleisch muss im kältesten Teil des Kühlschranks direkt über dem Gemüsefach bei etwa 4 bis 5 Grad gelagert werden», rät Laurie Dicosola. Dicosola ist Ernährungs­wissenschaftlerin und Achtsamkeits­trainerin in Cheseaux-sur-Lausanne VD.

Für Geflügel braucht man ein eigenes Schneidebrett

Richtig. Am besten verwendet man ein Schneidebrett für Fleisch und ein anderes für Obst und Ge­müse, um eine Kreuzkontamination zwischen rohen Lebensmitteln zu vermeiden. Eine Reinigung mit ­kochendem Wasser ist nach wie vor die sicherste ­Methode zur Entfernung von Bakterienrückständen.

Es ist das ideale Fleisch für Sportler und Ernährungsbewusste

Richtig. Hühnerfleisch ist eine gute Wahl bei einer Diät, da es kalorienarm ist, hochwertiges Eiweiss und wenig Fett enthält. Auch Sportler kommen auf ihre Kosten: «Hühnerfleisch ist reich an Proteinen (26g/100g), reich an ungesättigten Fettsäuren sowie an Vitaminen der B-Gruppe (B₃, B₆), die zum guten Funktionieren des Körpers, insbesondere der Muskulatur, und zur Verringerung von Ermüdung beitragen.»

Feine Pouletrezepte

Du willst wieder mal Poulet kochen und brauchst etwas Inspiration dazu. Hier gibt es sie. Eines vorweg: Pouletfleisch lässt sich auf zig Arten zubereiten und kombinieren. Probier es aus!

Brustfleisch und Schenkel enthalten dieselben Nährwerte

Richtig und falsch. Flügel und Schenkel haben fast denselben Nährwert, sind aber fettreicher als die Brust. Was die Innereien betrifft, so «sind sie interessant in Bezug auf den Vitamin-A- und Eisengehalt. Sie enthalten mehr Eiweiss als die anderen Teile des Huhns», weiss Laurie Dicosola.

Der Verzehr von rohem Hühnertartar ist gefährlich

Richtig. «Auch wenn es in Japan ein sehr beliebtes Gericht ist: Das Risiko einer bakteriellen Verunreinigung mit Salmo­nellen oder Campylobacter ist viel zu hoch, um den Verzehr von rohem Hühnerfleisch zu ­riskieren», warnt die Ernährungswissenschaftlerin.

Geflügelbrustfleisch ist oft trocken

Welches Stück magst du am liebsten?

Falsch. «Man muss nur die Gar­temperaturen einhalten und auf die Qualität des Fleisches achten. Damit das Huhn möglichst saftig wird, sollte man es 20 Minuten bis eine Stunde in einer Mischung aus Olivenöl und Gewürzen marinieren oder mit Ei und Mehl panieren», schlägt Laurie Dicosola vor. Es kann auch in Folie gegart oder als Ballotine eine Viertelstunde lang in einer kochenden Brühe ­pochiert werden. Es wird wunderbar zart bleiben!

Ein Poulet zu zerlegen ist schwierig

Falsch. Mit einer Geflügelschere oder einem scharfen Messer lässt es sich relativ einfach zerlegen. Ob roh oder gekocht – die Technik ist dieselbe. Im Video siehst du, wie es geht. 

Hühnerfleisch ist ein gutes Stärkungsmittel bei Grippe

Richtig und falsch. Die berühmte Hühnersuppe, die schon unsere Grossmütter kannten, ist ein ideales Gericht bei einer ­Erkältung. Laurie Dicosola erklärt es so: «Es geht mehr um die abschwellende Wirkung der Brühe, die die Erkältung ­lindert, und um die anderen Zutaten wie Sellerie, Karotten, Zwiebeln, Peter­silie, Pilze, Pastinaken, Salbei und Thymian, die entzündungshemmend wirken.»

Lust auf mehr?

Hühnerfleisch ist mager

Richtig. Wenn Sie auf Ihr ­Gewicht oder die Fettzufuhr achten, ist es am besten, die Haut zu entfernen, um so ­Kalorien und Fett zu sparen. «Bei einem Pouletschenkel mit Haut stammen 60 Prozent der Kalorien vom Fett, bei einem ohne Haut sind es nur 36 Prozent.»

Hühnerfleisch harmoniert mit allen Gewürzen

Richtig. Huhn findet man in allen ­Küchen rund um den Erdball und kann je nach Geschmack und Traditionen auf viele verschiedene Arten zubereitet werden. Zum Würzen eines Brathähnchens empfiehlt Ernährungswissenschaftlerin Dicosola klassische Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Koriander, Majoran und Salbei. Exotischer wird Geflügel, wenn man es mit Gewürzen wie Curry, Safran, Knoblauch, Ingwer und Paprika behandelt.

Hühnerfleisch sollte man immer gut durchgaren

Richtig. Die Temperatur variiert je nach Teil des Hühnchens und gewünschter Konsistenz. Ein Fleischthermometer ist hier nützlich. «Für eine weiche, saftige Pouletbrust sollte die Kerntemperatur 60 Grad betragen, für ein gut durchgegartes Fleisch 70 Grad», rät Laurie Dicosola. Das Gleiche gilt für Pouletschenkel. Die Temperatur kann zwischen 65 und 85 Grad variieren, je nachdem, ob Sie eine saftige oder eine zarteKon­sistenz bevorzugen, die auf der Zunge zergeht.

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