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Elly Brufani

«Ich fülle pro Jahr nur einen Abfallsack»

Elly Brufani will möglichst keinen Abfall produzieren. Also stellt die St. Gallerin ihre Seife gleich selber her.  Und vieles andere auch. 

Text Manuela Enggist
Fotos Nik Hunger
Elly Brufani (45) sitzt im Wohnzimmer ihres Hauses in Ennetbühl SG. 

Elly Brufani (45) sitzt im Wohnzimmer ihres Hauses in Ennetbühl SG. 

Was wir machen

«Seit gut sechs Jahren habe ich mich der Zero-Waste-Bewegung verschrieben. Das heisst, dass man im Idealfall gar keinen Abfall produziert. An diesem Punkt sind wir leider noch nicht. Ich fülle pro Jahr nur einen Abfallsack, mein Mann Claudio ebenso.

Wie wir es anstellen

(Bild. Jorma Müller)
(Bild. Jorma Müller)

Wir kaufen in Unverpackt-Geschäften ein, fliegen nicht mehr und unser Auto, das wir brauchen, weil wir sehr abgeschieden leben, nutzen wir nur, wenn es nötig ist. Mein Leben ist seit der Umstellung stressfreier geworden. Es hat etwas befreiendes, mit so wenig wie möglich auszukommen. Seit die Migros unverpackt Nüsse verkauft, gibt es auch für mich mehr Möglichkeiten dort einzukaufen.»

«Ich nähe und stricke meine Kleider selber. Es ist bestimmt zehn Jahre her, seit ich das letzte Mal etwas zum Anziehen gekauft habe. Eine Ausnahme sind meine Wanderschuhe, da habe ich leider keine gebrauchten gefunden, die mir passten.»

Elly Brufani ist gut ausgerüstet, eine Voraussetzung, damit ihre Näharbeiten auch gelingen. 

Elly Brufani ist gut ausgerüstet, eine Voraussetzung, damit ihre Näharbeiten auch gelingen. 

 «Im Badezimmer sind wir ausser den Ohrenstäbchen abfallfrei. Zum Duschen oder Hände waschen nutzen wir selbstgemachte Seife. Die stelle ich aus Natronlauge, Öl und Tee her.»

Selbstgemachte Tinkturen, Crèmes, Salben und Zahnpulver: So sieht es im Badezimmer von Elly Brufani aus. 

Selbstgemachte Tinkturen, Crèmes, Salben und Zahnpulver: So sieht es im Badezimmer von Elly Brufani aus. 

Wie ich dazu gekommen bin

Nachhaltigkeit und eine geringe Abfallproduktion waren mir schon immer wichtig. Aber erst als ich das Buch «Zero Waste Home» von Bea Johnson gelesen habe, merkte ich, dass es für diesen Lebensstil sogar einen Namen gibt. Mein Mann und ich haben uns nah an ein möglichst abfallfreies Leben herangetastet.

 Wie wir (bald) wohnen

Skizze das Hauses, in dem die Brufanis aber Juli wohnen werden.  (Bild: zvg)
Skizze das Hauses, in dem die Brufanis aber Juli wohnen werden.  (Bild: zvg)

 «Ab Juli werden wir in einem autarken Mini-Haus leben, es ist kompostierbar. Das Holz ist Mondholz aus der Region.

Mondgeschlagen bedeutet, dass das Holz bei abnehmendem Mond während der «Saftruhe» geschlagen wird. Es ist besonders robust und nachhaltig.»

 Was ich im Garten mache

(Bild. zvg)
(Bild. zvg)

 «Ich habe seit sechs Jahren einen Heilkräutergarten und seit einem Jahr einen Gemüsegarten. Dort spezialisierte ich mich auf mehrjährige alte Gemüsesorten wie Winterheckzwiebeln, Erdbeerspinat und Elefantenknoblauch. Aus den Kräutern meines Heilkräutergarten stelle ich Salben und Tinkturen her. Ich habe an der Kräuterakademie Kurse besucht und bilde mich auch heute noch weiter.»

 Auf was wir nicht verzichten

Elly Brufani verzichtet auf vieles, nicht aber auf Bücher. 
Elly Brufani verzichtet auf vieles, nicht aber auf Bücher. 

«Claudio und ich sind seit 21 Jahren zusammen. Er hat sich von mir für die Zero-Waste-Bewegung begeistern lassen. Nur auf seine wöchentliche Tüte Kartoffelchips will er nicht verzichten.» Meine Schwäche sind Bücher. Ich schaffe es auch kaum die gelesenen wegzugeben. Wenn ich ein bestimmtes, neues Buch nicht gebraucht finde, dann kaufe ich sie manchmal neu. Ich will mir trotz Achtsamkeit nicht alles verbieten.»

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