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Riesenflocken und Blutschnee

Hast du ein Gespür für Schnee?

In höheren Lagen liegt er in rauen Mengen. Höchste Zeit also für eine paar Fragen zur weissen Pracht.  

Text Simon Koechlin
Wann hast du zu letzten Mal den Schneemann gemacht?  (Bild: Getty Images)

Wann hast du zu letzten Mal den Schneemann gemacht? (Bild: Getty Images)

Warum ist Schnee weiss?

Schnee ist eine Mischung aus feinen Eiskristallen und Luft. An jeder Grenzfläche zwischen Eis und Luft wird etwas Licht gestreut und reflektiert – so dass es für unsere Augen weiss erscheint. Eine Eisfläche hingegen enthält kaum Luft, das Licht kann sie ungehindert passieren. Das macht Eis durchsichtig.

Ist Schnee immer weiss?

Eigentlich schon. Aber im Frühsommer lässt sich in den Bergen manchmal ein Phänomen beobachten, das «Blutschnee» genannt wird. Schneealgen haben die schmelzende Schneedecke besiedelt. Zum Schutz vor den UV-Strahlen der Sonne bilden sie in ihren Zellen Farbstoffe, welche die Schneedecke rot erscheinen lassen.

Warum sieht jede Schneeflocke anders aus?

Solange Schneekristalle unter gleichen Bedingungen entstehen, sehen sie sehr ähnlich aus. Aber bei einem Durchmesser von einem Millimeter enthält ein einziger Kristall rund 100 Trillionen Wassermoleküle. Da reicht während der Entstehung eine winzige Abweichung, zum Beispiel eine benachbarte Schneeflocke, damit eine Flocke ein bisschen anders aussieht.

Wie gross kann eine Schneeflocke werden?

Eine Schneeflocke ist ein Verbund aus Schneekristallen – manchmal aus mehreren, manchmal aus sehr vielen. Üblicherweise misst eine Schneeflocke ungefähr einen halben Zentimeter und hat ein Gewicht von 4 Milligramm. Aber es kommen durchaus Schneeflocken von mehreren Zentimetern Grösse vor. Und laut Guinness-Buch der Rekorde wurde 1887 im Montana USA eine Schneeflocke von 38 Zentimetern Durchmesser entdeckt.

Wie lange braucht eine Schneeflocke, bis sie am Boden ist?

Eine halbe Stunde bis eine Stunde. Sie fällt im Normalfall mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 4 km/h.

Winterferien

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Wieso knirscht Schnee beim Drauftreten?

Die Schneekristalle am Boden sind zusammengewachsen. Wenn wir drauftreten, zerbrechen diese Gebilde. Am stärksten knirscht Neuschnee – und Schnee, der zwischen -8 und -10 Grad kalt ist.

Warum wird alles leise, wenn es schneit?

Das Volumen einer frisch gefallenen Schneedecke besteht bis zu 90 Prozent aus Luft. In den Lufthohlräumen verliert sich der Schall wie in einem Labyrinth.

Braucht es Dreck, damit Schnee entsteht?

Ja. Schnee entsteht, wenn Wasserdampf seinen Zustand von gasförmig zu fest ändert, also zu Eis. Für diesen Prozess benötigen Wassermoleküle aber einen Gefrierkern oder Kristallisationskeim, an welchen sie andocken können. Solche Keime sind meistens Russ- oder Staubpartikel.

Schneit es nur auf der Erde?

Nein. Bereits im Jahr 2008 hat eine Nasa-Raumsonde Schneefälle auf dem Mars nachgewiesen. Allerdings erreichen die Eiskristalle die Marsoberfläche meist nicht, sie verwandeln sich vorher in einen gasförmigen Zustand. Eine Art Schnee gibt es auch auf der Venus. Er besteht aber nicht aus Wasser, sondern aus den Schwermetallen Blei und Bismut – eine Art Heavy-Metal-Schnee!

Für die kalten Wintertage

Wie alt kann Schnee werden?

Wenn Schnee nicht schmilzt, verdichtet er sich mit der Zeit und wird zu Eis. Der Vorgang kann in der Antarktis mehrere Jahrzehnte dauern. Zum einen wegen der sehr tiefen Temperaturen, zum anderen weil dort pro Jahr nur wenige Zentimeter Schnee fallen. So baut sich nur langsam Druck auf, der Schnee zu Eis verdichtet.

Weshalb ist Eis rutschig?

Jede Eisfläche ist von einer Art Wasserfilm bedeckt, dessen Eigenschaften zwischen festem Eis und flüssigem Wasser liegen. Je wärmer das Eis, desto dicker ist diese Schicht. Das erklärt, warum «warmes» Eis rutschiger ist als kaltes Eis. Durch Druck kann sich der Wasserfilm auf dem Eis vergrössern. Allerdings braucht es sehr hohen Krafteinsatz, um Eis zum Schmelzen zu bringen.

Fahren Skis auf kaltem Schnee schneller?

Jein. Ideal sind Schneetemperaturen von -3 bis -5 Grad. Wärmerer, sulziger Schnee enthält flüssiges Wasser. Dessen Kapillarkräfte «saugen» den Ski sozusagen fest und bremsen ihn. Gut gleitet der Ski, wenn sich durch die Reibung zwischen Ski und Schnee ganz wenig flüssiges Wasser bildet, das wie ein Schmierfilm wirkt. Ist es zu kalt, funktioniert dieses «Schmieren» nicht mehr gut; die Reibungswärme reicht nicht mehr aus, um den Schnee anzuschmelzen.

Wie schnell können Lawinen ins Tal donnern?

Das hängt von Hangneigung, Länge des Abhangs und Art der Lawine ab. Schneebrettlawinen, wie sie oft von Skifahrerinnen oder Snowboardern ausgelöst werden, erreichen meist Geschwindigkeiten von 50 bis 100 km/h. An sehr steilen Hängen vermischt sich der aufgewirbelte Schnee mit Luft, es entsteht eine Staublawine. Solche riesigen Schneewolken können über 300 km/h erreichen.

Wer hat die Schneekugel erfunden?

Als Erfinder gilt Erwin Perzy, ein Wiener Mechaniker für chirurgische Instrumente. Zwar existierten schon früher ähnliche Konstrukte, aber Perzy liess Ende des 19. Jahrhunderts eine Glaskugel mit Schnee-Effekt patentieren. Im Jahr 1900 eröffnete er eine Fabrik, die noch heute Schneekugeln produziert. In Perzys ersten Kugeln diente Griess als Schnee.

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