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Vorsorge 

Lohnt sich die 3. Säule wirklich?

Mein Schwager hat mir (35, verheiratet, Teilzeit im Büro ­tätig) gesagt, eine Einzahlung in die Säule 3a lohne sich steuerlich nicht. Beim Auflösen würden die Steuern, die ich jetzt spare, wieder anfallen. Was ist da dran?

Text Isabelle von der Weid
Bei der 3. Säule lohnt sich das Rechnen 

Bei der 3. Säule lohnt sich das Rechnen 

Da hat Ihr Schwager sich weit aus dem Fenster gelehnt. Meist übersteigen die Steuerersparnisse beim 3a-Sparen den Betrag, der beim Auflösen an den Fiskus geht.

Wer am meisten profitiert

Zahlst du schon in die Säule 3a ein?

Es profitieren aber nicht alle gleichermassen. Das Einkommen, der jährliche Sparbetrag, die Anzahl Jahre, in denen einbezahlt worden ist, und der Wohnort spielen dabei eine Rolle. 3a-Sparer mit höheren Einkommen erzielen grössere Steuereinsparungen, weil solche wegen der Progression stärker besteuert werden. Konkret: Wenn Sie den aktuellen 3a-Maximalbetrag von 6883 Franken bei einem Bruttoeinkommen von 120 000 Franken ab­ziehen, sparen Sie im Kanton Zürich knapp 1600 Franken Steuern pro Jahr. Rund 860 Franken sind es bei 60 000 Franken Bruttoeinkommen. Wohnen Sie in einem Hochsteuer­kanton wie Basel-Stadt, Bern oder Jura, lohnt sich 3a-Sparen noch mehr.

Auch als Verheirateter profitieren Sie, weil beide Ehepartner je ein 3a-Konto füllen und von den Steuernabziehen können, Ihre Einkommen aber zusammen besteuert werden.

Für Teilzeiter wichtig

3a ist für Sie als Teilzeiter sehr wichtig, weil Sie wohl Einbussen in der zwei­ten Säule hinnehmen müssen. Wenn Sie in den 30 Jahren bis zu Ihrer Pensionierung den vollen 3a-Betrag einzahlten, kämen über 200 000 Franken zusammen, die Ihnen im ­Alter helfen, den Lebensstandard zu ver­bessern. Denn mit AHV-Rente und Pen­sionskassengeld allein dürften Sie nicht in der Lage sein, den Lebensstandard auf dem gleichen Niveau zu halten wie im Erwerbsleben.

Diese Steuern fallen an 

Obwohl Sie das Vorsorgegeld aus der Säule 3a bei der Auszahlung auch versteuern müssen, bleibt eine Steuerersparnis, weil ein reduzierter Satz angewandt wird. Ausserdem können Sie das angelegte Geld auch vermehren.

Tipp: Wegen der tiefen Zinsen auch auf 3a-Konten empfiehlt es sich, je nach Anlagedauer in einen Vorsorgesparplan zu investieren. Mit dem 3a-Rechner der Migros Bank können Sie alles berechnen.

Die Expertin

Die Vorsorgeexpertin Isabelle von der Weid arbeitet als Kunden­beraterin bei Migros Bank.

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