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Im Wald und auf der Wiese

Diese Kräuter, die jetzt draussen wachsen, solltest du probieren

Bärlauch kennst du schon? Wir sagen dir, welche neun weiteren Wildkräuter du jetzt auch noch sammeln solltest und von welchen du besser die Finger lässt.

Text Claudia Schmidt
Im Wald und Wiesen finden sich jetzt viele Kräuter, die man auch essen kann. (Bild: Keystone)

Im Wald und Wiesen finden sich jetzt viele Kräuter, die man auch essen kann. (Bild: Keystone)

Wiesenschaumkraut

Bild: Getty Images
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Die rosa Blüten leuchten besonders schön auf Wiesen. Das Schaumkraut kommt aus der gleichen Pflanzenfamilie wie der Senf und hat einen herrlich scharfen Geschmack. Die Blüten und Blätter eignen sich für Salate, Kräuterquark und -butter.

 Waldmeister

Bild: Getty Images
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Schon bald können wir im Wald Waldmeister pflücken. Sein herrliches Aroma, das er in Bowlen, Eis und Desserts entfaltet, gibt er allerdings erst preis, wenn die Blätter welken. Deshalb hängt man ihn am besten im Bund kopfüber auf. Seine typischen Blätter sind mit dem Waldlabkraut verwechselbar, aber auch das ist nicht giftig. Wie bei vielen Kräutern (übrigens auch unseren Gartenkräutern) gilt: Inhaltsstoffe wie Glycoside und ätherische Öle können, im Überfluss genossen, Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen. 

Knoblauchsrauke

Bild: Getty Images
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Die Knoblauchsrauke ist mit dem Senf verwandt, nicht mit dem Bärlauch oder anderen Knoblauch-ähnlichen Pflanzen. Für ihr Knoblaucharoma sind denn auch nicht schwefelige Stoffe verantwortlich, sondern Senfölglycoside. Und das ist das Positive an dieser Pflanze, die man häufig an Wegrändern findet: Man kann sie geniessen, ohne eine Knoblauchfahne zu bekommen. Du kannst die Blätter in Salaten und für Kräuterbutter verwenden. Gekocht enttäuscht die Pflanze, denn beim Erhitzen verflüchtigt sich ihr Aroma.

Scharbockskraut 

Bild: Getty Images
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Das Kraut hat seinen Namen vom «Scharbock», dem alten Namen für Skorbut. Dank seines Vitamin-C-Gehalts sollen Seefahrer, die monatelang kein frisches Gemüse und keine Früchte essen konnten, ihren Vitaminbedarf mit dem Kraut gedeckt haben. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass auch die Landbevölkerung nach einem langen Winter auf die Blätter schwor. Ein paar Blätter davon kannst du ruhig einmal im Salat probieren – solange die Pflanze noch keine gelben Blüten ausgebildet hat. Dann wird die Pflanze zunehmend durch einen hohen Gehalt an Protoanemonin giftig.

Darauf musst du beim Sammeln achten

Gesammelt werden junge und saubere Blätter, die nicht an beliebten Gehwegen stehen und stark von Hunden besucht werden. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln tabu, ebenso in privaten Gärten – es sei denn, du hast dir die Genehmigung vom Besitzer eingeholt. Für jeden Kräuterliebhaber gilt: Es wird nur gesammelt, was man auch eindeutig bestimmen kann.

Spitzwegerich

Bild: Getty Images
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Die länglichen Blätter dieser sehr häufigen Pflanze sind immer durch fünf längliche Fasern, die dem Wassertransport im Blatt dienen, gekennzeichnet. Sie sind recht zäh, sodass man die Blätter immer quer zur Faser schneiden sollte. Sie eignen sich als Beigabe von Bratlingen und im Spinat. Richtig schmackhaft sind etwas später die Blütenknospen. Sie schmecken leicht Champignon-ähnlich.

Hirtentäschel 

Bild: Getty Images
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Solange das Hirtentäschel noch nicht blüht, wird die Pflanze manchmal mit Löwenzahn verwechselt. Die Rosette am Boden hat unterschiedlich ausgeprägte Blätter, sodass es für Laien nicht immer leicht ist, sie zu finden. Das Hirtentäschel ist ebenso früh wie der Löwenzahn. Die leicht Rucola-ähnlichen Blätter passen zusammen mit dem leicht bitteren Löwenzahn gut in einen Salat. Du kannst später aber auch die oberen Blütenstände pflücken und sie in pfannengerührtem Gemüse verwenden. Wenn sich Samen bilden, kannst du sie getrocknet mit in die Pfeffermühle geben.

 Gundermann

Bild: Getty Images
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Lange bevor man Hopfen für die Bierherstellung entdeckte, verwendete man die minzartige Pflanze zum Aromatisieren eines ähnlichen Getränks. Die Blätter enthalten ätherische Öle und Bitterstoffe, deshalb solltest du sie nur sparsam im Salat verwenden. Du kannst auch probieren, einige Blätter in flüssige Schokolade zu tauchen. Die erinnern dann entfernt an Schoko-Minz-Täfelchen.

 Giersch

Bild: Getty Images
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Kaum ein Kraut ist unter Hobbygärtnern so verhasst wie Giersch. Die beste Methode im Kampf gegen ihn ist deshalb: Aufessen! Die Blätter wurden häufig als Ersatz für Petersilie verwendet. Du kannst einmal probieren, eine Handvoll Blätter in Apfelsaft ziehen zu lassen. Nach ein bis zwei Stunden entfernst du die Blätter und gibst Mineralwasser mit Kohlensäure hinzu. Fertig ist die Kräuterlimonade. Die Blätter eignen sich aber auch für Suppen oder püriert im Kartoffelstock. Du erkennst die Pflanze gut an den 3-teiligen Blättern, die an einem 3-kantigen Stiel sitzen.

Kochtipp

Inspiration gefällig? Gesammelte Blüten sehen in Salaten unwiderstehlich aus. Zum Beispiel in diesem Blütensalat mit Spargeln und Burrata.

Gänseblümchen

Bild: Getty Images
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Solange es nicht blüht, erkennt kaum jemand das zarte Pflänzchen. Doch mit der Blüte erkennt jedes Kind das Gänseblümchen. Die Blüten sind besonders schön in Salaten und als Suppen-Topping. Solange die Blüte noch nicht geöffnet ist, kann man die Knospen wie Kapern einlegen. Das kennst du vielleicht schon vom Bärlauch. Wenn du die Blüten abspülst, schliessen sie sich. Erst wenn sie wieder trocken sind, öffnen sie sich wieder.

Von diesen Pflanzen lässt du besser die Finger

Wiesenkerbel, wilde Möhre und der Wiesenkümmel gehören zu den Doldenblütlern. Auf den Laien wirken sie häufig zum Verwechseln ähnlich. Leider gibt es einige Mitglieder der Familie, die ebenfalls so aussehen, aber hochgiftig sind. Das wären die Kälberkröpfe und auch der Gefleckte Schierling. Letzterer ist zwar schon durch seinen Uringeruch abstossend – insbesondere wenn man sich nicht ganz sicher ist, sollte man ein Kraut nicht pflücken oder gar probieren. Tipp: Sammle Erfahrungen, schlage in  einem Bestimmungsbuch nach oder nimm an einer Kräuterwanderung mit einer botanisch erfahrenen Person teil.

Selten sieht man Maiglöckchen und Bärlauch nebeneinander, aber man hüte sich davor, die deutlich festeren Maiglöckchenblätter zu probieren. Sie haben nichts mit dem Bärlauch gemein und sind giftig. Ebenfalls giftig: die Herbstzeitlosen. Die findet man in sehr seltenen Fällen auch in der Nachbarschaft von Bärlauch.

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