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Krypto-Serie: Energieverbrauch

Wieso der Bitcoin ein Stromfresser ist

Kryptowährungen boomen, aber ihr Energieverbrauch ist enorm. Weshalb ist das so?

Text Benita Vogel
krypto-energie

Der enorme Energieverbrauch von Kryptowährungen hält viele davon ab, in diesem Bereich zu investieren.

Er ist das Krypto-Geld schlechthin und bereits 13 Jahre alt: der Bitcoin. Bekanntheit erlangte er allerdings erst vor einigen Jahren, als er Tech-Investoren rekordhohe Renditen bescherte und für Euphorie in der Finanz- und Startup-Welt sorgte. Auch mit Kursabstürzen macht die digitale Leitwährung regelmässig Schlagzeilen – und mit der Diskussion, wie sehr sie der Umwelt schadet. Denn hinter den Kryptowährungen stecken Millionen von Computern, und die benötigen Strom.

Dreimal mehr Energie als die Schweiz in einem Jahr

Gemäss einer Schätzung des Bitcoin Energy Consumption Index beträgt der jährliche Strombedarf allein des Bitcoin-Netzwerks über 200 Terrawattstunden, mehr als dreimal so viel wie die Schweiz in einem ganzen Jahr verbraucht. Für eine einzige Bitcoin-Transaktion kann man 174’000 Stunden lang YouTube schauen oder 2.3 Millionen Mal mit der Visa-Karte bezahlen.

Der immense Stromverbrauch von Bitcoin hat mit der Technologie zu tun, die dahintersteckt: die Blockchain, zu deutsch Kette aus Datenblöcken. Sie ist ein digitales Kontenbuch oder besser eine Datenbank, die dezentral betrieben wird. Diese besteht aus einem riesigen Netzwerk von leistungsstarken Rechnern, die in Bitcointransaktionen involviert sind. Die Computer überprüfen beispielsweise Transaktionsanfragen und fügen solche zu Blöcken zusammen und verschlüsseln sie die Daten mittels Kryptografie. Den Vorgang nennt man auch Bitcoin-Mining.

Risiko Kryptowährungen

Nicht nur wegen des hohen Stromverbrauchs sollte man vorsichtig sein, mit Kryptowährungen. Die Wertschwankungen von Bitcoin und Co sind enorm, das digitale Geld als Wertanlage deshalb hoch riskant, und als Zahlungsmittel ist es nicht geeignet. Wer wirklich Cryptos einsteigen will, sollte sich zuerst Wissen aneignen.

Die Art und Weise wie in einem Krypto-Netzwerk neue Blöcke bestätigt werden, beeinflusst den Stromverbrauch. Beim Bitcoin konkurrieren dazu alle Geräte im Netzwerk – in der Regel gewinnt der Rechner mit der meisten Rechenpower. Dieses System mache den Bitcoin sicher, verteidigen Bitcoin-Fans. Es sei fast unmöglich, Coins zu stehlen.

Einzelne Staaten wie China haben den Handel mit Bitcoin unter anderem wegen des hohen Stromverbrauchs eingeschränkt oder gar verboten. China geriet zuvor in Bitcoin-Schlagzeilen, weil gemäss Forschern der Bank of America ein Grossteil des Bitcoin-Mining dort stattfindet, und das Land seinen Energiebedarf überwiegend mit Kohlestrom und kaum aus erneuerbaren Quellen deckt.

Doch nicht die ganze Blockchain-Technologie benötigt derart viel Strom. Und auch nicht alle Kryptowährungen basieren auf dem stromintensiven System wie Bitcoin. Die zweitwichtigste digitale Währung Ether hat vor längerem angekündigt, auf ein anderes System wechseln zu wollen, in dem weniger stromfressende Geräte involviert sind.

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