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Interview mit den Migros-Chefs

«Was macht man als CEO den ganzen Tag?»

Neun junge Talente der Migros hatten den Auftrag, den Geschäftsbericht der Zukunft zu gestalten. Sie haben die Migros-Präsidenten zum Gespräch getroffen und gefragt, was sie schon immer wissen wollten.  

Text Benita Vogel
Fotos Claudia Link
Mirgros-Chef Fabrice Zumbrunnen stellt sich den Fragen der jungen Migros-Mitarbeitenden. 

Mirgros-Chef Fabrice Zumbrunnen stellt sich den Fragen der jungen Migros-Mitarbeitenden. 

«Hallo zusammen! Wir sind heute hier im Studio, um mit unseren Präsidenten ein Interview zu führen. Bleibt gespannt, es wird lustig», sagen Zamira Timmermans und Andrej Trifunovic in die Kamera.

Sie sind zwei von neun Lernenden und Trainees der Migros-Gruppe, die den diesjährigen Geschäftsbericht der Migros-Gruppe mitgestaltet haben. In der «Reporting Academy» haben sie darauf hingearbeitet, die Berichterstattung der Detailhändlerin für die Zukunft zu gestalten und sie auch für Junge attraktiver rüberzubringen. In den kommenden Jahren sollen die jungen Talente der Migros die Berichterstattung mit weiteren Neuerungen begleiten.  

Als erstes neues Format produzierten die Lernenden und Trainees ein Videointerview mit Ursula Nold und Fabrice Zumbrunnen. Die Migros-Talente fragten die Präsidentin der Verwaltung und den Präsidenten der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes, was sie immer schon einmal wissen wollten und wie das Geschäftsjahr 2021 gelaufen ist.  

Das Migros-Magazin gibt einen Einblick

Die Fragen haben Mia Moser und Giuliano Boz gestellt:

Frau Nold, Hand aufs Herz: War das Jahr 2021 ein erfolgreiches Jahr für die Migros?
Ursula Nold: Ja, definitiv. Wir sind sehr erfolgreich unterwegs.  
Fabrice Zumbrunnen: Sicherlich haben unsere Online-Aktivitäten wieder ein unglaubliches Jahr erlebt, mit einem schönen Wachstum im zweistelligen Bereich.  
U.N.: Wir haben auch die Regionalität ausgebaut und die Nachhaltigkeit gestärkt. Das ist wichtig. Und das trotz Corona, wo einige Bereiche doch auch stark gelitten haben.

Die Migros ist auch 2021 in ihrem Kerngeschäft gewachsen. Wie beschreiben Sie dieses konkret?
F.Z.: Das Kerngeschäft für uns sind unsere Detailhandels-Aktivitäten, online oder stationär. Nicht nur die Migros-Filialen, sondern auch die Fachmärkte, Migros Online oder Migrolino, Denner, Digitec Galaxus, Ex Libris … Das ist diese Vielfalt der Migros.  

Die Migros ist auf Platz 1. Kann sie noch grösser werden?  
F.Z.: Grösser zu werden, ist keine Obsession. Besser zu werden, nachhaltiger, kundenorientierter: Das ist unsere Motivation. Wichtig ist, dass die Migros einzigartig bleibt. Dass wir zum Beispiel auch ein starkes Engagement für die Gesellschaft im Vordergrund sehen.  
U.N.: Wir haben uns vorgenommen, in diesem Land die erste Referenz für das gesellschaftliche Engagement zu sein. Wir machen mit dem Migros-Kulturprozent oder auch mit dem Pionierfonds unglaublich viele Projekte, die wir finanzieren, unterstützen. Das sind pro Jahr rund 160 Millionen Franken, die wir so der Gesellschaft in diesem Lande zurückgeben.  

Die neun jungen Talente der Migros, die denAuftrag, den Geschäftsbericht der Zukunft zu gestalten. 

Die neun Lernenden und Trainees der Migros-Reporting Academy und ihre Mentorinnen und Mentoren am Schluss des Filmtages.

Inwiefern ist die Migros ein besonders nachhaltiges Unternehmen? 
F.Z.: Nachhaltigkeit hat Tradition in der Migros. Es ist ein Engagement, das in unseren Statuten verankert ist.  
U.N.: Und da zeigt sich beispielsweise, dass wir uns auch sehr ambitionierte Ziele gesetzt haben im Bereich des Klimas. Dass wir auf Netto-Null bis 2050 als gesamte Unternehmensgruppe kommen wollen. 2050, weshalb dauert das so lange? Unsere Ambition gilt nicht nur den Produkten, sondern über die ganze Wertschöpfungskette hinweg.

Wofür sind Sie den Mitarbeitenden besonders dankbar? 
U.N.: Ihre Einsatzbereitschaft, die die Mitarbeitenden gezeigt haben, hat mich sehr berührt, auch die hohe Flexibilität, der gute Teamgeist über Unternehmensgrenzen hinweg. Sie waren tagtäglich für unsere Kundinnen und Kunden da.  
F.Z.: Ich habe überall ein unglaubliches Engagement gespürt. Es ist etwas sehr Wichtiges im Leben, dass wir trotz Schwierigkeiten eine positive Einstellung haben. Wir haben Bereiche, die Rückenwind spürten, andere Bereiche spürten Gegenwind: Überall habe ich die gleiche Motivation gespürt.   

Wenn wir in die Zukunft blicken: Wie stellen Sie sich eine Migros-Filiale in 30 Jahren vor? 
F.Z.: Die gute Nachricht ist, dass ich der festen Überzeugung bin, dass es Migros-Filialen in 30 Jahren noch geben wird. Kundinnen und Kunden möchten immer mehr Informationen erhalten, über Herkunft, Gesundheit, Werte, Nachhaltigkeit. Alle diese Dimensionen werden wahrscheinlich auch eine wichtige Rolle spielen.  
U.N.: Wovon ich wirklich überzeugt bin: dass wir als Migros kanalunabhängige, attraktive Angebote anbieten müssen.

Und jetzt zu den «Burning Questions»: Was macht man als CEO den ganzen Tag? 
U.N.: Ja, ich kann euch sagen: Es gibt wirklich viel zu tun.  
F.Z.: Kolleginnen und Kollegen inspirieren.  
U.N.: Viel im Kontakt mit Menschen sein. Etwas, das ich unglaublich gerne mache.

Mia Moser, Lernende bei der Migros Fachmarkt AG, im Gespräch mit Ursula Nold,  Präsidentin der Verwaltung. Mosers Fazit: «Ich bin eigentlich positiv überrascht von ihr, dass sie so interessiert und locker war».

Mia Moser, Lernende bei der Migros Fachmarkt AG, im Gespräch mit Ursula Nold,  Präsidentin der Verwaltung. Mosers Fazit: «Ich bin eigentlich positiv überrascht von ihr, dass sie so interessiert und locker war».

Erhält man als CEO der Migros besondere Rabatte oder mehr Cumulus-Punkte? 
U.N.: Nein, keine Vorteile. Ist auch richtig so.  

Gehen Sie auch ab und zu im Coop einkaufen?  
F.Z.: Nein, nie.

Sind Sie eher ein Morgenmensch oder eine Nachteule?
F.Z.: Die produktivste Zeit für mich ist zwischen 5 und halb 7.  
U.N.: Definitiv eine Nachteule. Um 5 Uhr aufzustehen, entspricht darum nicht meinem Biorhythmus.   

Das Fazit der Beteiligten war einhellig:

«Ein Geschäftsbericht hat noch nie so viel Spass gemacht. Die Kolleginnen und Kollegen haben das sehr professionell gemacht, wie gute Journalisten. Man spürt die Motivation, man spürt das Interesse, man spürt auch den Stolz», sagte Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen zum Schluss. Und für Verwaltungsratspräsidentin Ursula Nold war klar: «Ich bin stolz auf die neuen, jungen Mitarbeitenden der Migros. Ich finde es unglaublich beeindruckend – das Interesse, das Engagement –, wie jetzt der Geschäftsbericht noch etwas dynamischer und lebendiger wird. Dass er für alle verständlich und zugänglich ist.»

Giuliano Boz sagte zum CEO-Interview: «Die lockere Art von Herrn Zumbrunnen gestaltete das Gespräch sehr informativ und eindrucksvoll.» Und Mia Moser: «Ich bin eigentlich positiv überrascht von ihr, dass sie so interessiert und locker war.»

Die Interviews auf Video: report.migros.ch/2021/de/academy

Das Migros-Jahr in Zahlen

So lief das Migros-Jahr: Die Migros-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2021 erfolgreich abgeschlossen und das bereits äusserst starke Vorjahr übertroffen. Ihre führende Position als klare Nummer eins im Schweizer Detailhandel hat sie bestätigt. Der konsolidierte Gruppen-Umsatz stieg bereinigt um 2,3% auf CHF 28’932 Mrd. Der Online-Detailhandel wuchs erneut stark und macht inzwischen mehr als ein Zehntel des Umsatzes der Migros-Gruppe aus. Der Gruppen-Gewinn betrug CHF 668 Mio. (bereinigt +20,4%).

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