Navigation

Schutz für Fledermäuse

Die fliegenden Säuger der Nacht

Im April erwachen Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf. Doch es fällt ihnen immer schwerer, neben dem Menschen zu bestehen. So kannst du helfen.

Text Rahel Schmucki
Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das fliegen kann. In der Schweiz leben 30 Arten. (Bild: Keystone)

Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das fliegen kann. In der Schweiz leben 30 Arten. (Bild: Keystone)

Wo leben Fledermäuse?

Ist dir schon mal eine Fledermaus im Alltag begegnet?

Tagsüber sind sie meist verborgen, etwa in engen Fassadenspalten von Gebäuden oder in Fels- und Baumhöhlen. In der Nacht jagen Fledermäuse vorab in oder oberhalb von Wäldern, entlang von Gewässern, im Siedlungsraum, in Obstgärten oder am Waldrand. In der kalten Saison halten die Tiere Winterschlaf. Der Ort dafür kann über 1000 Kilometer vom Lebensraum im Sommer entfernt sein. Hierfür suchen sich die Tiere etwa unterirdische Höhlen, Keller oder auch Rollladenkästen auf.

Wann braucht eine Fledermaus Hilfe?

Wenn sie mehrere Tage an exponierter Stelle, zum Beispiel in der ­prallen Sonne oder nahe am Boden, hängt und diesen Ort während mehrerer Tage und vor allem auch in der Nacht nicht verlässt.

Was die Fledermaus so besonders macht

  • In der Schweiz sind bisher 30 Fledermausarten nachgewiesen.
  • Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können
  • Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten
  • Die Tiere schlafen am Tag kopfüber und jagen in der Nacht
  • Sie orientieren sich über das Echo ihrer Ultraschallrufe

Buchtipp: Elias Bader der Stiftung Fledermausschutz und Co-Autor des Buches «Fledermausschutz. Der Ratgeber für die Praxis». Erhältlich bei Exlibris für ca. 32 Franken.

Wie kann man helfen?

Nimm eine genügend grosse Kartonschachtel und kleiden Sie sie mit Papiertüchern aus. Stich ein paar Löcher rein. Hilfreich kann auch ein Flaschendeckel mit etwas Wasser sein. Lege das Tier mithilfe eines Handschuhs in den Karton und melde dich beim Nottelefon für Fledermausschutz: 079 330 60 60. Allgemeine Infos gibts online auf fledermausschutz.ch.

Welche  Gefahren machen Fledermäusen am meisten zu schaffen?

Baumlose Landschaft

Fledermäuse orientieren sich nachts über die Echos ihrer Ultraschallrufe, die maximal wenige Dutzend Meter weit reichen. In Landschaften ohne Bäume und Hecken verlieren sie oft die Orientierung.

Tipp: Pflanzen Sie in Ihrem Garten einheimische Bäume und Sträucher und setzen Sie sich für den Schutz von alten Bäumen im Quartier ein.

Quartierverlust

Bei Sanierungen und Renoviationen verlieren Fledermäuse oft ihren Schlafplatz.

Tipp: Achten Sie beim Planen darauf, dass nicht alle Spalten in den Fassaden abgedichtet werden. Alternativ können Sie auch Fledermauskästen installieren. Kontaktieren Sie bei Verdacht auf Fledermäuse den Fledermausschutz-Beauftragten Ihres Kantons.

Lichtverschmutzung

Viele Fledermausarten verlassen ihr Tagesquartier erst, wenn es ganz dunkel ist. Die Tiere meiden nicht nur Tages-, sondern auch künstliches Licht. Jede Lampe, die in der Nacht brennt, schadet also auch den Fledermäusen.

Tipp: Verzichten Sie am Haus und im Garten auf unnötige Lichtquellen; setzen Sie sich in ihrer Gemeinde dafür ein, dass Gebäude von 22 bis 6 Uhr nicht unnötig beleuchtet werden.

Wasserfallen

Fledermäuse trinken, indem sie tief über kleine Gewässer fliegen. Dabei fallen sie auch mal ins Wasser und schwimmen zum Ufer zurück. Gefährlich sind mit Wasser gefüllte Gefässe mit glatten, steilen Wänden.

Tipp: Bieten Sie bei offenen Regentonnen oder Viehtränken im Garten eine Ausstiegsmöglichkeit, etwa mit einem Ast.

Pestizide

Fledermäuse fressen Insekten, die oft über die Pflanzennahrung mit Pestiziden in Kontakt gekommen sind. Bei den Insektenjägern kann das Störungen bei Orientierung und Erinnerungsvermögen verursachen.

Tipp: Verzichten Sie auf Pesti­zide und Holzschutzmittel und kaufen Sie möglichst Lebensmittel aus biologischem Anbau.

Schon gelesen?