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Finanzierung

Welche Hypothek sollen wir wählen?

Die Hypozinse steigen rasant. Was tun, wenn man seine Hypothek ablösen muss? 

Text Marcel Müller*
Mit der passenden Hypothek können Haus- und Wohnungseigentümer viel Geld sparen. (Bild: iStockphoto)

Mit der passenden Hypothek können Haus- und Wohnungseigentümer viel Geld sparen. (Bild: iStockphoto)

Frage: Unsere Hypothek läuft bald aus. Was sollen wir bei den aktuell steigenden Zinsen tun?

Antwort: Ich nehme an, Sie haben bisher eine Festhypothek wie die meisten Hausbesitzerinnen und -besitzer in der Schweiz. Die Zinsen für langfristige Festhypotheken ­zeigen wegen der Teuerung und damit ­verbundener Geldentwertung bereits länger nach oben. Schon Anfang 2022 lag der Zins für eine zehnjährige ­Festhypothek deutlich höher als noch 2021. Seither hat er sich nochmals mehr als verdoppelt, von rund 1,2 auf um die 3 Prozent, je nach Anbieter.

Der jüngste Zinsschritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat nun insbesondere kurzfristige Festhypotheken mit Laufzeiten von zwei bis vier Jahren verteuert. Die Zinsen für zweijährige Festhypotheken etwa haben seit Anfang des Jahres stark angezogen, sie betragen je nach Anbieter plus/minus zwei Prozent.

Saron-Hypothek oder nicht? 

Auf den ersten Blick sind Saron-Hypotheken günstiger. Das sind Geldmarkt­hypotheken, deren Zinssatz sich zusammensetzt aus dem Referenzzinssatz des Interbankenmarktes und der Marge, die die Hypothekenbank verrechnet. Der entsprechende Zinssatz hat sich bisher – trotz Geldstraffung der SNB – nicht stark erhöht. Er dürfte aber merklicher ansteigen, falls die SNB den Leitzins auf über 0 Prozent erhöht, was im Herbst der Fall sein könnte. Bei einem Leitzins von 0,25 Prozent wäre für Saron-­Hypotheken mit Zinsen von etwa 1,25 Prozent zu rechnen. Der Satz läge noch immer tiefer als bei den oben erwähnten Festhypotheken.

Es gilt aber, genau hinzuschauen. So müssten Sie mit dem Risiko umgehen können, dass der Leitzins und entsprechend der Saron-Zinssatz weiter ansteigen. Um allfällige Erhöhungen tragen zu können, müssten Sie über genügend freie Mittel verfügen. Der Zinssatz einer Saron-Hypothek wird alle drei Monate neu berechnet, was Ihnen Gelegenheit gibt, die Hypothek jeweils zu überdenken. Um das Risiko zu minimieren, können Sie auch ins Auge fassen, die Fest- mit einer Saron-Hypothek zu kombinieren.

Tipp: Lassen Sie sich unbedingt von Ihrer Bank beraten, um Ihre persönliche Situation und die für Sie beste Variante genau zu prüfen.

* Marcel Müller ist Migros-Bank-Berater und Hypotheken-Spezialist

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