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Muss man Äpfel waschen oder nicht?

Bringt es etwas, den Apfel vor dem Essen unter Wasser zu halten? Oder solltest du ihn lieber über deinen Pulli reiben? Wir sagen dir, was richtig ist.

Text Lisa Stutz
Waschen oder nicht? Und wenn ja, wie? Wir sagen dir, was sein muss und was nicht. (Bild: iStock)

Waschen oder nicht? Und wenn ja, wie? Wir sagen dir, was sein muss und was nicht. (Bild: iStock)

Es passiert oft ohne nachzudenken: Bevor wir in einen Apfel beissen, reiben wir ihn kurz über den Pulli oder die Jeanshose. Oder wir halten ihn einen Moment unter den Wasserhahn, falls gerade einer in der Nähe ist. Fühlt sich einfach besser an. Aber lässt sich dieses Gefühl mit Fakten untermauern? Und wenn ja, welche Reinigungsmethode ist die beste? Fünf Erkenntnisse:

1. So verschmutzt sind die Äpfel wirklich

Alle haben Angst vor Pestiziden. Und tatsächlich: Äpfel aus konventioneller Landwirtschaft können Pestizidrückstände aufweisen. Bei einer Untersuchung von 26 Äpfeln aus der Schweiz fand man im Jahr 2016 bei 17 Früchten Rückstände von Pestiziden. Jedoch wurde bei keinem der untersuchten Äpfel der gesetzliche Grenzwert überschritten. Aufgrund dieser stets geringen Mengen wird das Risiko für die Gesundheit als unbedenklich eingestuft.

Neben Pestiziden können Äpfel auch Bakterien und Pilzsporen aufweisen. Gerade wenn sie gelagert, transportiert und vielleicht von anderen Menschen im Supermarkt angefasst und zurückgelegt wurden. Es ist zwar selten, dass auf Äpfeln Krankheitserreger vorkommen – doch wer den Apfel vor dem Verzehr gründlich reinigt, geht auf Nummer sicher. Die Betonung liegt auf gründlich.

2. So viel nützt der Wasserhahn

Wer den Apfel nur pro forma kurz unter den Hahn hält, kann es sich auch gleich sparen. Wenn, dann richtig: Am besten bearbeitest du die Schale unter fliessendem Wasser mit einer kleinen Bürste. So bringst du zwar nicht alle Pestizide weg, aber zumindest einen Teil. Zudem entfernst du Staub und einen Grossteil von allfälligen Bakterien. Danach reibst du den Apfel mit einem sauberen Küchentuch oder – noch besser – einem Mikrofasertuch trocken.

3. So viel nützt das Reiben auf Kleidung

Welche Methode wählst du?

Es gibt Schutzmittel, die an der natürlichen Wachsschicht von Äpfeln haften. Diese lässt sich nicht mit Wasser abwaschen. Mit dem Reiben an Stoff erreicht man da mehr, doch auch damit lassen sich die Schicht und allfällige Rückstände nicht vollständig entfernen. Aber Achtung: Statt einem Pulli oder der Jeanshose sollte man besser ein sauberes Tuch wählen. Denn ein schon länger herumliegendes Küchentuch oder eine bereits länger getragene Jeans können kontraproduktiv sein und Bakterien auf den Apfel übertragen. Ist die Kleidung jedoch frisch und es gibt weit und breit keinen Wasserhahn und ein sauberes Tuch, kann man den Apfel gut darüberreiben – immerhin ist er dann von Staub befreit. Dafür aber auf allen Seiten gleichmässig polieren.

4. Das Fazit: Der Mix machts

Äpfel muss man nicht zwingend waschen. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, schrubbt die Frucht zuerst unter dem Wasserhahn ab und reibt sie danach mit einem sauberen Mikrofasertuch trocken.

5. Und noch etwas …

Es empfiehlt sich nicht, den Apfel zu schälen, um sich vor allfälligen Verunreinigungen zu schützen. Denn die meisten Vitamine eines Apfels liegen direkt unter der Schale. Es ist also das viel kleinere Übel, in einen nicht gereinigten Apfel zu beissen als in einen geschälten oder in gar keinen.

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