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Strom sparen

Was du mit einer Kilowattstunde alles machen kannst

Handy laden, duschen, waschen, toasten, E-Bike fahren: Was gibt eine Kilowattstunde Strom eigentlich her? Wir schaffen Klarheit.

Text Dario Aeberli
Datum
Eine 60 Gradwäsche braucht 1 Kilowattstunde Strom. (Bild: Shutterstock)

Eine 60-Grad-Wäsche braucht 1 Kilowattstunde Strom. (Bild: Shutterstock)

Was ist der Unterschied zwischen Watt und Wattstunde?

Watt steht für die Leistung, während die Wattstunde für die Energie steht. Watt ist vergleichbar mit den PS beim Auto. Die Angabe in Pferdestärke ist in der Technik eigentlich veraltet, doch weil sich mit dem Begriff besser werben lässt als mit Watt, verwenden wir ihn auch heute noch. 1 Kilowatt (1'000 Watt) entspricht 1.36 PS.
Die Wattstunde hingegen steht für die Dauer der Autofahrt: Je länger sie dauert, desto mehr Energie verbraucht das Auto. Energie ist das Produkt aus Leistung mal Zeit. Um also ein Auto mit einer Leistung von 80kW (80’000 Watt) eine Stunde lang zu bewegen, braucht es 80 kWh (80’000 Wattstunden) Energie.

Mit einer Kilowattstunden kannst du:

  • Zweimal den Geschirrspüler im Eco-Programm laufen lassen (im Normalprogramm braucht die Maschine fast doppelt so viel Strom, weil das Wasser schneller und stärker erhitzt werden muss)
  • Zwei Pizzen backen mit Umluft (Ober- und Unterhitze braucht etwa 20 Prozent mehr Strom)
  • 50 Tassen Kaffee kochen
  • 120-mal toasten
  • Sechsmal fünf Minuten lang das Haar föhnen
  • 2 Minuten und 30 Sekunden warm duschen
  • Dein Handy 100-mal laden
  • 100 Kilometer weit mit dem E-Bike fahren
  • 5 Kilometer weit mit dem Elektroauto fahren
  • Einmal bei 60 Grad waschen
  • Knapp ein Mal Wäsche tumblern
  • Eineinhalbmal Spaghetti für vier Personen kochen (wenn der Deckel auf dem Topf ist, reicht die Energie, um dreimal Spaghetti zu kochen).
  • 100 Stunden am Laptop arbeiten
  • 20 Stunden TV schauen
  • Eine LED-Lampe mit 6 Watt Leistung 160 Stunden brennen lassen
  • 5800-mal fünf Minuten lang eine elektrische Zahnbürste benützen.

So sparst du Strom

30 Prozent des Stromes, den wir in der Schweiz verbrauchen, entfällt auf unser Zuhause. Welches die grössten Stromfresser sind und welche Spartricks du kennen solltest, erfährst du hier. Und hier gibt es einen Überblick übers ganze Haus mit passenden Sparttipps.

Für was stehen: Kilo, Mega, Giga, Tera und Co?

Die griechischen Begriffe helfen Masseinheiten anschaulicher zu machen. Kilo steht für tausend, Mega für Million, Giga für Milliarde, Tera für Billion und Peta für Billiarde.

  • Eine Terawattstunde...
    ...entspricht 1'000'000'000'000 Kilowattstunden (12 Nullen), was schlecht vorstellbar ist. Zum Vergleich: Die Schweiz benötigt jährlich rund 60 TWh Strom.
  • Was kann eine Megawattstunde (MWh)?
    Mit 1'000 Kilowattstunden (eine Megawattstunde) können ein Singlehaushalt ein halbes Jahr und vier Personen in einem Einfamilienhaus 80 Tage lang leben. Das berücksichtigt nur den Strom für waschen, kochen, etc., nicht aber für Warmwasser oder Heizung, weil auch mit Öl, Gas, oder Wärmepumpen geheizt werden kann.
  • Was kann eine Gigawattstunde (GWh)?
    1'000’000 Kilowattstunden (eine Gigawattstunde) reichen 450 Singlehaushalten in der Schweiz, um ein Jahr zu leben, respektive 222 Einfamilienhäusern.
  • Was kann eine Terawattstunde (TWh)?
    1'000'000’000 Kilowattstunden (eine Terawattstunde) reichen, um die Schweiz für sechs Tage mit Strom zu versorgen. 6'000'000’000 Kilowattstunden (6 TWh) braucht Google pro Jahr für all seine Dienste (Maps, Youtube, Drive, ec.)
  • Und was kann eine Petawattstunde (PWh)?
    1'000'000'000'000 Kilowattstunden (Eine Petawattstunde) reichen, um die Schweiz 16.5 Jahre lang mit Energie zu versorgen. 24'000'000'000'000 Kilowattstunden (24 Petawattstunden) Strom verbraucht die Welt pro Jahr laut einer Schätzung der US Energy Information Administration.

Alle Angaben zum Stromverbrauch sind Mittelwerte. Wie viel Energie effektiv verbraucht wird, hängt von den einzelnen Geräten ab. Die Energieberater Hard Schröder (Elektritizätswerke Zürich), Selina Davatz (Elektroplan Buchs & Grossen AG) und Andreas Moser von Migros Engineering Solution haben bei diesem Artikel mitgewirkt.

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