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Steuern optimieren

«Kann ich Ende Jahr Steuern sparen?»

Das Jahr ist bald zu Ende. Was kannst du jetzt noch tun, damit die Steuerrechnung nächstes Jahr nicht so hoch ausfällt? 

Text Daniel Discianni
Ende Jahr gibt es noch die eine oder andere Möglichkeiten, die Steuerrechnung fürs nächste Jahr etwas zu beeinflussen. (Bild: Getty Images)

Ende Jahr gibt es noch die eine oder andere Möglichkeit, die Steuerrechnung fürs nächste Jahr etwas zu beeinflussen. (Bild: Getty Images)

Frage: Mein Kollege meinte, ich könne jetzt, da das Jahresende naht, noch Steuern optimieren für 2022. Was gibt es für Möglichkeiten?

Antwort: Ja, da hat ihr Kollege recht. Vor dem Jahresende gibt es den einen oder anderen Kniff, wie man steuerlich besser dasteht. «Die Ausgaben abziehen und das Einkommen verringern» heisst die Devise. Und wenn du Hausbesitzer bist, winken noch mehr Möglichkeiten. Hier eine unvollständige Übersicht mit konkreten Tipps:

Rund um die Vorsorge

Zahlst du jeweils in die Säule 3a ein?

Vor Jahresende den Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen. Wenn du erwerbstätig bist, zahlst du am besten vor Mitte Dezember den Maximalbetrag von 6883 Franken ein, um diesen von den Steuern absetzen zu können. Online-Einzahlungen kann du etwa bei der Migros Bank sogar noch bis zum 29. Dezember tätigen.

Auch die Pensionskassen-Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgesetzt werden. Du kannst sie je nach Planung auf mehrere Steuerperioden legen. Da hier einige Punkte zu beachten sind, lohnt sich die vorgängige Beratung.

Das ist bei Kapitalbezügen zu beachten

Stehst du kurz vor der Pensionierung, solltest du allfällige Bezüge aus der Säule 3a, der Pensionskasse und dem Freizügigkeitsguthaben gestaffelt beziehen und auf mehrere Steuerperioden aufteilen. Nur schon wenn du alle Abzüge geltend machst, nutzt du ein grosses Optimierungspotenzial. Aber Achtung, Du musst diese auch belegen können. Um kurzfristig Steuern zu optimieren, kannst du Spenden an eine sinnvolle Organisation in Betracht ziehen oder eine Weiterbildung vorzeitig bezahlen.

Gesundheitskosten nicht vergessen

Ebenfalls abzugsfähig sind Gesundheitskosten, die nicht von der Krankenkasse getragen werden. Voraussetzung: In den meisten Kantonen müssen sie fünf Prozent des Reineinkommens (Nettoeinkommen minus Abzüge) übersteigen. Die Hürde ist hoch, bei wem 2022 aber bereits hohe Gesundheitsausgaben anfielen, könnte etwa über eine neue Brille nachdenken oder die lange aufgeschobene Zahn­behandlung hinter sich bringen.

Bei Wohneigentum

Im Liegenschaftsunterhalt kann man Unterhaltskosten vorziehen oder hinausschieben, je nach Stand. Viele Kantone lassen pro Liegenschaft jährlich die Wahl zwischen Abzugspauschale und effektiven Kosten. In vielen Kantonen ist auch der Unternutzungsabzug möglich, falls deine Kinder ausgezogen sind oder der Lebenspartner gestorben ist. Und Investitionen zum Energiesparen lohnen sich jetzt nicht nur wegen steigender Energiepreise, sie können bei Wertvermehrung auch in den meisten Kantonen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Tipp

Wende dich an deine Bankberaterin oder deinen Bankberater, um im Detail zu erfahren, was du beachten solltest. 

Der Experte

Daniel Discianni ist Kundenberater bei der Migros Bank.

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