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Testament

Was ändert sich 2023 mit dem neuen Erbrecht?

2023 tritt das neue Erbrecht in Kraft. Was sich alles ändert, wer vom neuen Erbrecht profitiert und wer künftig leer ausgeht.

Text Jeannette Schaller*
Im Testament lässt sich regeln, wer was bekommen soll und wer nicht. Mit dem neuen Erbrecht kommt es zu Änderungen. (Bild: Getty Images)

Im Testament lässt sich regeln, wer was bekommen soll und wer nicht. Mit dem neuen Erbrecht kommt es zu Änderungen. (Bild: Getty Images)

Frage: Per 1. Januar 2023 tritt ein revidiertes Erbrecht in Kraft. Profitiert meine Konkubinatspartnerin im Erbfall davon?

Antwort: Konkubinatspartner gelten auch künftig nicht als gesetzliche Erben. Insofern wird sich an ihrer Stellung durch das revidierte Erbrecht nichts ändern.

Das neue Erbrecht beinhaltet aber einige wichtige Neuerungen, die es dem Erblasser erlauben, freier über sein Vermögen zu verfügen. Neu ist der Pflichtteil von Eltern nicht mehr geschützt. Auch wird der Pflichtteil für direkte Nachkommen auf 50 Prozent des gesetzlichen Erbanspruchs reduziert.

Was ändert sich bei den Erbschaftssteuern? 

Mittels Testament oder Erbvertrag können Sie über den restlichen Nachlass frei verfügen. Sofern Sie keine Nachkommen hinterlassen, können Sie neu also grundsätzlich Ihr gesamtes Erbe mittels Testament Ihrer Lebenspartnerin überlassen.

An der steuerlichen Situation ändert das revidierte Erbrecht hingegen nichts: Die Erbschaftssteuern für Erbschaften an einen Konkubinatspartner sind kantonal unterschiedlich. Nur in wenigen Kantonen werden Konkubinatspartner privilegiert behandelt.

Säule 3a geht direkt an Begünstigte

Des Weiteren fallen neu auch die Vorsorgeguthaben der Säule 3a bei Versicherungen nicht mehr in die Erbmasse, wie bisher schon die Guthaben aus Bankstiftungen. Sie werden vielmehr direkt an die Begünstigten ausbezahlt. Massgebend für die Begünstigungsordnung ist das Sozialversicherungsrecht.

Für die Berechnung des Pflichtteils werden die Ansprüche aus der Säule 3a aber mitgezählt.

Tipp

Nach der Erbrechtsrevision bleiben die bisherigen Testamente und Erbverträge gültig. Das kann im Einzelfallaber zu heiklen Fragen führen. Es empfiehlt sich deshalb, die Revision zum Anlass zu nehmen, die Nachlassplanung zu überdenken und falls nötig anzupassen.

Die Expertin

Jeannette Schaller ist Leiterin Finanzplanung bei der Migros Bank.

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