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Nachhaltig verpacken

Wann macht Plastik Sinn?

Nicht immer ist Karton die umweltfreundlichste Verpackung und oft macht Plastik als Verpackungsmaterial Sinn. Drei Beispiele aus dem Alltag.

Text Sabina Galbiati
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(Bild: Getty Images)

Verpackung muss sein – fast immer – denn sie macht Produkte transportfähig und im Fall von Lebensmitteln lässt sich mit der richtigen Verpackung Food Waste vermeiden. Das ist enorm wichtig, denn verdorbene Lebensmittel belasten die Umwelt viel mehr als Verpackungen, die Gemüse, Getreide oder Fleisch schützen. Zum Vergleich: Laut dem Ökobilanzierungs-Unternehmen ESU-Services machen die notwendigen Verpackungen im Lebensmittelbereich lediglich zwei Prozent der Umweltbelastung aus. Die Produktion, Verarbeitung oder der Transport der Lebensmittel belasten die Umwelt deutlich stärker. Daher ist es wichtig, Lebensmittel vor dem Verderb zu schützen.

Und welche Verpackung ist für die Umwelt am besten? Konsumentinnen und Konsumenten können sich an einer einfachen Faustregel orientieren: Je leichter eine Verpackung ist oder je öfter man sie verwenden oder recyceln kann, desto umweltschonender ist sie. Das gilt nicht nur für Lebensmittel. Drei Beispiele.

Gemüse und Früchte

Waschbare Mehrweg-Obstbeutel sind eine grossartige Möglichkeit, bei Gemüse und Früchten ganz auf die Verpackung zu verzichten. Dennoch sind sie nicht immer die beste Wahl. Denn die Plastikverpackung schützt Früchte wie Beeren vor Druckschäden oder Gemüse vor dem zu schnellen Verderben. Je höher der Wassergehalt einer Gemüsesorte, desto mehr verlängert die richtige Plastikverpackung die Haltbarkeit. Beispielsweise entsteht bei unverpackten Gurken je nach Transportdistanz allein vom Feld in die Filiale bis zu achtmal mehr Food Waste als bei verpackten Gurken, weil sie gummig werden und somit nicht mehr verkäuflich sind – wobei die Plastikverpackung gerade mal mit 1,5 bis 2 Gramm zu Buche schlägt.

Getreide und Müesli

Eine Plastikverpackung ist deutlich leichter und braucht weniger Material als die Kartonverpackung. Beim Reis im Plastikbeutel ist der Unterschied besonders deutlich: Der Beutel aus Plastik wiegt sieben Gramm für ein Kilo Reis. Der Karton hingegen kommt auf stattliche 45 bis 50 Gramm Material. Das heisst der Karton verbraucht rund sechs bis siebenmal mehr Verpackung. Natürlich wäre auch Papier ein leichtes und recycelbares Material, jedoch sind Reis, Hülsenfrüchte und Müesli viel gröber als beispielsweise Mehl. Deshalb ist die Gefahr grösser, dass das Papier beschädigt wird, wodurch dann wiederum mehr Food Waste entsteht.

Duschgel und Waschmittel

Für zahlreiche Wasch- und Reinigungsmittel, genauso wie für Seife, Shampoo und Duschgel gibt es praktische Nachfüllbeutel. Sie ersetzen je nach Grösse ein bis zwei Plastikflaschen. Der Nachfüllbeutel für das Handy-Abwaschmittel wiegt 24 Gramm und enthält 1,5 Liter. Das entspricht zwei Flaschen à 40 Gramm Material und 0,75 Liter Inhalt. Der Beutel spart 70 Prozent Verpackung ein. Übrigens: Duschgel, Shampoo und Seife gibt es bei der Migros alternativ auch in fester Form und ganz ohne Plastikverpackung.

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