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Eine junge Frau betrachtet auf dem Laptop einen Aktien-Kursverlauf.

Fallstricke beim Geld-Anlegen

Diese 8 Fehler solltest du beim Geld-Anlegen vermeiden

Zum falschen Zeitpunkt verkaufen, die Nerven verlieren, sich zu stark aufs Bauchgefühl verlassen: Beim Anlegen kannst du einiges falsch machen. Auf diese Fallstricke solltest du achten.

Von
Jörg Marquardt
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1. Angst vor Aktien

Nur 13 Prozent der Schweizer Haushalte legen ihr Geld an der Börse an, wie eine Studie der ­Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergeben hat. Viele Menschen halten Aktien für zu riskant. Lieber parkieren sie ihr Geld auf dem Sparkonto. Dabei zeigt die Erfahrung, dass sich mit Aktien langfristig mehr verdienen lässt – kurzfristige Kursverluste hin oder her. Willst du dein Erspartes vor der Inflation schützen und Vermögen aufbauen, solltest du einen Teil in Aktien investieren. Je länger der Anlagehorizont, umso höher das Renditepotenzial.

2. Warten auf den perfekten Zeitpunkt

Wie die Wirtschaft bewegt sich der Aktienmarkt in Zyklen. Nach Markteinbrüchen folgen in der Regel Erholungsphasen. Der perfekte Zeitpunkt für den Kauf von Aktien ist derjenige, in dem sie den Tiefststand erreicht haben und am günstigsten sind. Dies lässt sich aber schwer vor­hersehen. Wichtiger als der Einstiegsmoment ist die Dauer der Anlage: Fange möglichst früh mit Anlegen an und bleibe möglichst lange dabei. Je länger du dein Geld anlegst, desto mehr kann dein Vermögen wachsen.

Steigen die Börsenkurse über einen längeren Zeitraum, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Fallens massiv.

Sacha Marienberg, Leiter Investment Office bei der Migros Bank

3. Trittbrettfahrer-Effekt

An der Börse herrscht Gold­gräberstimmung, die Kurse steigen stetig, die Medien heizen den Hype weiter an: «Jetzt bloss schnell Aktien kaufen, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen.» Aber Vorsicht: Wer dem Impuls nachgibt, geht das Risiko ein, dem Markt hinterherzu­hinken. Oft sind Wertpapiere bereits teuer, wenn sich ein Hype entwickelt. Damit verringert sich deine Chance auf eine gute Rendite – zumindest kurzfristig. Wenn alle anderen An­legerinnen und Anleger Feuer und Flamme für eine Aktie sind, solltest du dich vor dem Kauf gut über das Unternehmen und den Markt informieren.

4. Selbstüberschätzung

Die Jagd nach schnellen Renditen verleitet dazu, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Im Vertrauen auf den richtigen Riecher und vermeintlich verlässliche Informationen lassen sich gerade Laien zu riskanten Aktienkäufen hinreissen. Oft setzen sie auf einzelne Aktien­titel, von denen sie eine starke Performance erwarten. Wird diese Erwartung enttäuscht, drohen hohe Verluste. Besser ist es, wenn du dein Kapital auf di­verse Anlageklassen, Regionen, Branchen und Unternehmen verteilst, zum Bei-spiel mit einem breiten Fonds. Dadurch minimierst du das Verlustrisiko.

5. Aus Panik verkaufen

Kommt es an der Börse zu einem Crash, kann der Markt um 20 Prozent oder mehr fallen. Dies war zuletzt in der Coronapandemie zu sehen. Aber auch bei einer normalen Korrektur sind Kursrückgänge von 5 bis 10 Prozent möglich. In solchen Phasen neigen viele Anlegerinnen und Anleger zu einer Kurzschlussreaktion: Aus Angst vor weiteren Verlusten verkaufen sie ihre Anlagen – und verlieren so viel Geld. Dabei erholen sich die Märkte nach einem Crash meist schneller, als die Leute erwarten. Bewahre also einen kühlen Kopf und halte auch in schwierigen Zeiten an soliden Aktien fest.
Tipp: Mit professionell verwalteten Strategiefonds oder Vermögensverwaltungsmandaten vermeidest du Fehlentscheide.

6. Vogel-Strauss-Taktik

Menschen empfinden einen Verlust stärker als einen Gewinn. Das führt zur Angewohnheit, an Dingen festzuhalten, die längst verloren sind. Besonders dann, wenn man schon viel Zeit, Energie oder Geld investiert hat. Darum halten Anlegerinnen und Anleger eine Verlustaktie zu lange in ihrem Depot – in der trügerischen Hoffnung auf eine Trendwende. Läuft eine Aktie dauerhaft schlecht, zum Beispiel weil das Geschäftsmodell eines Unternehmens dem Markt hinterherhinkt, dann solltest du sie verkaufen – auch wenn du damit einen Verlust realisierst. 

7. Mit zweierlei Ellen messen

Börsenpsychologen haben herausgefunden, dass Kursgewinne und Kursverluste in zwei unterschiedlichen mentalen Konten verarbeitet werden: Steigt eine Aktie, wandeln viele Anlegerinnen und Anleger die Papiergewinne im Kopf bereits zu realen Gewinnen um. Dies veranlasst sie oft zu einem frühen Verkauf, um den tat­sächlichen Gewinn auch einzufahren. Fällt ein Aktienwert, wird der Papierverlust dagegen nicht automatisch als realer Verlust angesehen – und ein Verkauf tendenziell aufgeschoben. Damit dein Depot am Ende nicht nur aus «Verlierertiteln» besteht, solltest du Gewinner-Aktien nicht beim ersten Ausschlag nach oben verkaufen.

8. Höhenangst

«Steigen die Börsenkurse über einen längeren Zeitraum, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Fallens massiv.» Dieser Denkfehler ist weit verbreitet. Er führt dazu, dass Anlagen aus Angst vor einem Kurssturz tendenziell zu schnell verkauft werden, statt die Gewinne weiter laufen zu lassen. Erreicht ein Unternehmen in regelmässigen Abständen ein neues Allzeithoch, dann ist dies oft ein Zeichen für eine starke Marktstellung und wirtschaftliche Gesundheit.

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