Insektenhotel in einem Garten

Artenvielfalt

Was du tun kannst für die Artenvielfalt

Eine Blumenwiese anlegen, ein Vogel-Nistkasten aufhängen, weniger umgraben im Garten: Wir alle können ganz einfach etwas für die Biodiversität tun.

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Pierre Wuthrich (Text) / AdobeStock (Bild)
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Insektenhotel anschaffen

Insektenhotels bieten je nach Bauart Wildbienen, Schmetterlingen oder Spinnen Rückzugsorte. Diese kleinen Unterschlüpfe, die auch als wertvolle Nist- oder Überwinterungsplätze dienen, müssen windgeschützt und mit der offenen Seite nach Süden aufgestellt werden. In den Do it + Garden Migros ist eine Auswahl an Insektenhotels erhältlich.

Mehr zum Thema im Blog Ein Insektenhotel für Wildbienen bauen

Vogel-Nistkasten aufhängen

In städtischen Gebieten fehlt es den Vögeln oft an Nistplätzen. Mit einem Nistkasten – natürlich in einem für Katzen unzugänglichen Bereich – erhöhst du die Fortpflanzungschancen vieler Arten und hast gleichzeitig das Privileg, von den zarten Klängen ihres Gesangs geweckt zu werden.

Aber Vorsicht: Meisen, Mauersegler und Turmfalken haben nicht die gleichen Bedürfnisse, was das Nest betrifft. Sie brauchen geeignete Vogelhäuser, denn sonst meiden sie die ihnen zugedachten Unterkünfte.

Mehr zum Thema Die richtige Wahl des Nistkasten

Einheimische Arten pflanzen

Eine Thuja- und Kirschlorbeer-Hecke ist in Bezug auf die Biodiversität uninteressant. Dagegen ist die Entscheidung für heimische Arten, um sich vor den Blicken der Nachbarn zu schützen, eine gute Idee und wird zum Beispiel Igel und Amphibien glücklich machen. Ideal ist eine Strauchmischung aus dornigen Arten, die Tieren Schutz bieten (z. B. Sanddorn, Weissdorn), sowie nach Honig duftenden Arten (z. B. Haselnuss, Purpurweide), die Insekten anlocken. Die Pflanzung erfolgt im Herbst.

Eindringlinge stoppen

Invasive Neophyten, also exotische Pflanzen, die absichtlich oder unabsichtlich in die Schweiz eingeführt wurden, können in kürzester Zeit einen Garten oder ein Feld erobern. Als Zierpflanze in Gräten gepflanzt, hat sich die Goldrute in der Natur ausgebreitet. Dies gilt zum Beispiel für die Amerikanische Goldrute (Solidago canadensis, Solidago gigantea, Solidago nemoralis). Man sieht sie oft an Wegrändern, aber auch in Waldlichtungen und Flussufern. Die Eigentümer der befallenen Parzellen sind verpflichtet, sie auszureissen und im Kehricht zu entsorgen (nicht im Gartenkompost!).

Um zu lernen, wie man verschiedene invasive neophytische Pflanzen erkennt, hat sich die Vereinigung Alpes vivantes, die in der Region Bex (VD) Sensibilisierungs- und Ausreissaktionen organisiert, ein Online-Memory-Spiel ausgedacht, bei dem die Internetnutzer Paare finden müssen. Alpes vivantes erhielt 2023 eine Anschubfinanzierung vom Migros-Unterstützungsfonds.

Hier gehts zum Spiel (nur auf Französisch)

IP-Suisse- und Bio-Produkte ins Körbchen

Wenn du Produkte mit dem Bio- oder Marienkäfer-Logo kaufst, unterstützt du die Biodiversität. IP-Suisse-Bauern und -Bäuerinnen legen Stein- und Asthaufen an, um Reptilien einen Unterschlupf zu bieten, pflanzen Hochstammbäume, in denen seltene Vögel nisten können, oder lassen Parzellen ungenutzt, damit dort Wildblumen und Kleintiere gedeihen können.

Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Düngemittel sowie durch das Belassen möglichst vieler natürlicher Parzellen sind Biobetriebe wahre Paradiese für Tier- und Pflanzenarten.

Bienen willkommen heissen

Auch wenn man keinen eigenen Garten hat, kann man die Biodiversität fördern. Denn bereits auf einem Balkon oder einem Fenstersims lassen sich Blumenkästen aufstellen. Aber Vorsicht: Es ist wichtig, Arten zu wählen, die bestäubende Insekten mögen, wenn man sie anlocken will. Bienen zum Beispiel lieben die Blüten von Lavendel, Thymian und Echinacea. Geranien hingegen mögen sie nicht, weil die Blüten keinen Nektar und Pollen haben.

Achte beim Kauf der Sackerde auf das Torffrei-Logo, denn für die Gewinnung von Torf werden Moore abgebaut, die für die Biodiversität eine immens wichtige Rolle spielen.

Tipps für einen einladenden Balkon

Blumenwiese wachsen

Mähen, Bewässern, Düngen – ein Rasen, der in Bezug auf die Biodiversität eine Wüste ist, benötigt viel Pflege. Eine Blumenwiese ist im Vergleich dazu viel weniger anspruchsvoll – und optisch erst noch spektakulärer. Dazu säst du im Frühjahr eine Samenmischung aus, nachdem du die alte Vegetation entfernt, die Erde gelockert und bei einem sehr nährstoffreichen Boden etwas Sand hinzugefügt hast. Sind die Pflanzen hoch und es zeigen sich keine Blüten, kannst du die Wiese mähen und auf die nächste Blüte warten. Sobald sich die Wiese etabliert hat – manchmal braucht es etwas Geduld –, wird sie nur noch ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Eine Bewässerung ist nicht erforderlich.

Wer seine Parzelle trotzdem begehen möchte, kann sich für einen Blumenrasen entscheiden. Diese Lösung fördert sowohl die Biodiversität als auch die Nutzung des Aussenbereichs für Freizeitaktivitäten.

Hier findest du unser Sortiment für Blumenwiesen

Betonierung ausgleichen

Laut dem Bundesamt für Statistik gehen in unserem Land jede Sekunde 0,7 Quadratmeter Kulturland verloren. Ausgehend von dieser Erkenntnis möchte das Start-up-Unternehmen Get Nature Positive, das vom Migros-Pionierfonds unterstützt wird, die Auswirkungen kompensieren, die Bauwerke auf die Umwelt haben. Konkret können Eigentümer, die Gebäude errichten, ein Zertifikat kaufen und das Label «Positive Nature» erhalten. Das eingenommene Geld wird dann verwendet, um – in der Schweiz – neue, naturnahe Räume zu schaffen, die für viele Pflanzen- und Tierarten geeignet sind.

Pflanzen vermehren

Die Stiftung ProSpecieRara sucht Sortenerhalterinnen und Sortenerhalter von sogenannten Freilandpflanzen. Das sind 180 Sorten von Arten von Lein über Buchweizen bis Amaranth. Hier reicht ein Gemüsegarten, denn es geht nicht darum, Pflanzen in Lebensmittel zu verwandeln, sondern darum, den Fortbestand der Arten zu sichern. So werden die Samen, die bei der nächsten Aussaat nicht verwendet werden, an die Seminothek von ProSpecieRara geschickt, die dafür zuständig ist, rund 1700 seltene Pflanzensorten zu erhalten und wieder in Umlauf zu bringen.

Diese Arten sind Gründünger und bereichern den Boden von Privathaushalten auf natürliche Weise. Überdies sind sie besonders schön anzusehen.

Den Spaten im Schuppen lassen

Umgraben tötet Kleinlebewesen. Wer die sanfte Methode bevorzugt, verwendet einen Mulch, der aus gut getrockneten Pflanzenresten (z. B. Gras- und Rasenschnitt), Laub und Holzspänen besteht. Damit bedeckst du den Boden ab Herbst mehrere Zentimeter hoch. Diese Isolierschicht schützt die Pflanzen und liefert gleichzeitig Nahrung für die kleinen Bodenbewohner, die bei der Zersetzung des Mulchs gleich noch einen wertvollen natürlichen Dünger für die Pflanzen schaffen. Im Frühling sorgt der Mulch für weniger Unkraut.

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