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Vorsorge fürs Alter

Wie viel sollten wir privat für die Rente sparen?

Meine Partnerin und ich (beide 55) haben zusammen ein jährliches Bruttoeinkommen von 150’000 Franken. Davon legen wir knapp 10 Prozent pro Jahr auf die Seite. Reicht dies, um im Alter unseren Lebensstandard zu halten?

Text Isabelle von der Weid
Fotos Adobe Stock
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AHV und zweite Säule decken im Alter nicht alle Ausgaben. Mit Gespartem lässt sich die Lücke decken.

AHV und zweite Säule decken im Alter nicht alle Ausgaben. Mit Gespartem lässt sich die Lücke decken.

Das kommt darauf an, wie hoch eure Ausgaben sein werden. Zwar fallen mit der Pensionierung ­berufsbezogene Kosten weg oder werden kleiner, etwa Fahrtkosten, Mittagsverpflegung oder Steuern. ­Dafür bleibt mehr Zeit für teure Freizeitaktivitäten, und es ist mit steigenden Gesundheitskosten zu rechnen.


So solltest du rechnen

Als Faustregel gilt, dass der Einkommensbedarf im Alter bei 80 Prozent des Jahresbruttoeinkommens liegt. Abzüglich der Sparquote ergibt sich in eurem Fall ein Bedarf von 108 000 Franken pro Jahr – Tendenz steigend.


Soviel sollten AHV und Pensionskasse decken

In vielen Fällen decken die Einkünfte aus der AHV und der Pensionskasse rund 60 Prozent des aktuellen Bruttoeinkommens. Für dich und deine Partnerin bedeutet dies 90 000 Franken aus der ersten und zweiten Säule. Dafür müsst ihr aber bis zum Eintritt des ordentlichen Rentenalters von 65 Jahren arbeiten – sonst fällt die Rente tiefer aus. Weitere Faktoren wie Teilzeitarbeit, Babypause oder Arbeitslosigkeit können ebenfalls zu Abstrichen führen.


Soviel müsst ihr selbst beisteuern

Zwischen eurem Bedarf und den zu erwartenden Leistungen aus den obligatorischen Säulen besteht eine Lücke von schätzungsweise 18 000 Franken pro Jahr. Um den ­Lebensstandard zu halten, müsst ihr diese Lücke mit Privatvermögen schliessen. Dafür benötiget ihr bis zum 85. Lebensjahr ein zusätzliches Altersguthaben von 360 000 Franken. Da die Lebenserwartung jedoch weiter steigt und die Teuerung einen Teil des Gut­habens aufzehrt, solltet ihr besser noch etwas mehr ansparen.

Wo sich informieren?

Für eine optimale Vorsorge im Alter sind weitere Faktoren zu berücksichtigen. Die Migros Bank hilft euch bei der Erstellung eines indi­viduellen Finanzplans.

Zur Autorin: Die Vorsorge-Expertin Isabelle von der Weid arbeitet als Kunden­beraterin Migros Bank.

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