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Eine junge Frau sitzt in der Küche und schaut mit Sorgen auf ihr Smartphone

Onlinesicherheit

Warum nicht jede Handynummer vertrauenswürdig ist 

Schwindler nutzen gefälschte Schweizer Rufnummern. Ab 2026 sollen neue Regeln das sogenannte Spoofing eindämmen – doch Vorsicht bleibt geboten.

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Edita Dizdar
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Getty Images
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Wie gehen Telefonbetrüger aktuell vor?

Das Handy klingelt, auf dem Display ­leuchtet eine Schweizer Nummer auf. Der An­rufer sitzt aber im Ausland und hat die ­Telefonnummer manipuliert. Das nennt sich Rufnummern-Spoofing.

«Möglich ist dies durch spezielle Software», sagt Jens Kaessner, Leiter der ­Sektion Sicherheit Netze und Dienste beim ­Bundesamt für Kom­munikation. ­Betrüger nutzen dabei auch Informationen von ­Social-Media-Kanälen, um im Gespräch ­Vertrautheit vorzugaukeln. Künstliche ­Intelligenz kann zudem Stimmen von ­Bekannten oder Freunden imitieren.


Welches Ziel haben die Betrüger?

Die Anrufer wollen Geld. Sie setzen ihre Opfer unter Druck und animieren sie zu schnellem Handeln, indem sie sich etwa als Verwandte in Not, Polizei oder Behörde ausgeben.

Mal soll eine Kaution für ein Fami­lienmitglied bezahlt werden, mal eine horrende Arztrechnung – es geht vermeintlich um Leben und Tod. Durch geschicktes Hinters-Licht-Führen entlocken sie Pass­wörter und Bankinformationen und verschaffen sich so Zugang zu entsprechenden Konten.


Werden die Täter rechtlich ­verfolgt?

Rechtlich gesehen sind solche Anrufe Betrug. Das wird mit Geld- oder Freiheits­strafen geahndet. Da die Täter aber meist im Ausland sitzen und ihre Spuren ver­wischen, werden sie kaum je erwischt.


Was tun die Telefonanbieter gegen Spoofing?

Die Telefonanbieter müssen das Spoofing bekämpfen. Swisscom – über dieses Netz laufen auch die Handy-Abos von Migros Mobile – und Sunrise haben bereits eigene Werbeanruffilter aktiviert.

Ab 2026 müssen die Anrufe mit gefälschter Schweizer Nummer in allen Netzen gekennzeichnet werden, sofern die Anbieter die Fake-Nummer erkennen. «Beim Angerufenen wird dann auf dem Display ‹Anonym› oder gar keine Telefonnummer angezeigt. In ganz eindeutigen Fällen klingelt das Telefon gar nicht mehr», sagt Jens Kaessner.


Wie schütze ich mich davor?

Kennst du eine Nummer nicht, nimmst du den Anruf am besten gar nicht ­ent­­gegen. Wer ein ernstes Anliegen hat, kann eine Voicemail hinterlassen. Antwortest du dennoch, solltest du keinesfalls sen­sible Daten preis­geben.

Vorsicht ist geboten, wenn psychologischer Stress aufgebaut wird. In diesem Fall am besten auflegen und den Anruf anschliessend dem Telefonanbieter oder dem Bundesamt für Cyber­sicherheit (BACS) hier melden.

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