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Kinder beim Mittagessen in der Schulkantine

Nachhaltigkeit

Was 50 Rappen bewirken können

Wer eine Tafel Schokolade «Côte d’Ivoire» bei der Migros kauft, trägt zu einer Erfolgsgeschichte in Westafrika bei.

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Kian Ramezani
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Delica / Elisa Mouthon
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Was wir tun

Ein Mittagessen kostet 36 Rappen in der Schulkantine in Allakro. Das Dorf liegt inmitten der Kakaoplantagen im Südwesten der Elfenbeinküste, wo sich 1400 Familien zur Kooperative Necaayo zusammengeschlossen haben.

Viele von ihnen beliefern die Migros mit dem Rohstoff, aus dem ein Teil der beliebten Frey-Schokolade entsteht, darunter auch die Tafelreihe «Côte d’Ivoire» (französisch für Elfenbeinküste). Pro verkaufte Tafel fliessen 50 Rappen zurück an die Kooperative – genug also für mindestens ein Mittagessen in der Schulkantine.


Bildung steht im Fokus

Einmal jährlich überweist die Migros den Kakaoproduzenten diese Zusatzerlöse. 2025 kamen so rund 137 000 Franken zusammen. Die eine Hälfte erhalten die Familien bar ausbezahlt, die andere fliesst in gemeinnützige Projekte innerhalb der Kooperative.

Die Migros legt hier seit längerer Zeit einen Fokus auf Bildung. Neben dem alljährlich finanzierten Schulmaterial für die Kinder – darunter Bücher, Hefte und Stifte – konnte 2025 die Schulkantine im Ort Allakro renoviert werden. Durch die Investitionen ist sie jetzt täglich in Betrieb, vorher war das nur unregelmässig der Fall.

Die Möglichkeit, sich über den Mittag zu verpflegen, bewegt zahlreiche Eltern, ihre Kinder überhaupt in die Schule zu schicken. Die Alternative lautet in der Elfenbeinküste leider noch immer zu oft: mithelfen auf der Plantage. Diesem Problem möchte die Mi­gros entgegenwirken.


Weniger Schulabbrüche dank Kantine

Félix Koffi, der Leiter der Kooperative Necaayo, nimmt auch eine Schlüsselrolle in der Bewirtschaftung der Kantine ein. Er wacht über die Beschaffung und stellt die Kommunikation aller Beteiligten sicher. Dazu gehören neben der ausgebildeten Köchin auch 15 Frauen, die auf einem Grundstück unweit der Schule Gemüse anbauen, was dank eines Brunnens ganzjährig möglich ist.

Félix Koffi kauft zusätzlich Reis, Fleisch und Öl sowie Brennholz ein und lagert die Vorräte in den Räumlichkeiten der Kooperative ein. Auch er ist vom Nutzen überzeugt: «Solange die Kantine in Betrieb ist, verzeichnet die Schule weniger Absenzen, we­niger Schulabbrecher und insgesamt bessere Leistungen der Kinder», sagt er.

Der begrenzte Platz reicht nicht aus, um alle Kinder im Speisesaal ­unterzubringen.

Félix Koffi, Leiter der Kooperative Necaayo

Bis jetzt ist die Kantine also eine Erfolgsgeschichte, aber es bleiben zahlreiche He­rausforderungen. Auch die Elfenbeinküste verzeichnete in den vergangenen Jahren Inflation, was die Preise für Lebensmittel ansteigen liess.

«Der begrenzte Platz reicht nicht aus, um alle Kinder im Speisesaal ­unterzubringen», so Félix Koffi. Er plant eine Vergrösserung, um noch mehr Tische und Bänke aufzustellen. Mit den Mitteln aus der Schweiz hofft er, auch die nächsten Ausbauschritte stemmen zu können.

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