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Illustration von wiederverwertbaren Verpackungen aus biologisch abbaubaren Materialien

Nachhaltigkeit

Bewusst verpackt

Umweltfreundlicher, leichter, besser rezyklierbar – die Migros setzt alles daran, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Wir haben beim Experten nachgefragt und zeigen anhand vier Beispielen, wie kleine Veränderungen Grosses bewirken können.

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Nina Huber
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Getty Images
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Was wir tun

Weniger Plastik, einheitliches, rezyklierbares und transparentes Material – so werden die Verpackungen bei der Migros kreislauffähig und umweltverträglicher. Vier aktuelle Beispiele:


Bio-Hackfleisch

Die Schale der Hackfleischverpackung besteht neu aus einheitlichem Kunststoff (Polypropylen) und kann nun gut rezykliert werden, sofern sie im Plastiksammelsack landet. Weil die Verpackung transparent ist, kann man beim Recyclingprozess wieder hochwertigeres Material herstellen. Und da die neue Verpackung wiederverwertet und nicht mehr verbrannt wird, führt das auch zu einer Reduktion beim Ausstoss von Treibhausgasen.


Hüttenkäse

Die neuen Becher des 200-Gramm-Hüttenkäses haben keinen Deckel mehr. Das freut nicht alle, aber es spart richtig viel Plastik! Die Migros-Molkerei Elsa braucht so 120 Tonnen weniger Kunststoff pro Jahr. Wer den Inhalt nicht auf einmal aufisst, verschliesst den Becher mit einem praktischen Mehrwegdeckel. 


Bio-Orangensaft

Das Gewicht der PET-Getränkeflaschen wurde in den vergangenen Jahren um rund 20 Prozent reduziert, so zum Beispiel beim Bio-Orangensaft. Eine leere Literflasche wiegt heute noch 27,5 Gramm. Gleichzeitig steigt der Anteil an rezykliertem PET (rPET) bei den Flaschen stetig: Die Bio-Orangensaftflasche besteht zu 50 Prozent aus rPET.


Café Royal

Die Beutel für die Kaffeebohnen kommen neu in einer Verpackung ins Regal, die aus einem einzigen Material besteht. Auf die zusätzliche dünne Aluminiumschicht im Innern der Verpackung wird verzichtet. Die Verpackung kann so nun vollständig rezykliert werden. Das Kaffeearoma bleibt auch ohne Aluminium gut geschützt. 

Nachgefragt bei Roberto Polizzi, Experte für Verpackungssysteme bei der Migros Industrie:

Roberto Polizzi, welche Ziele hat sich die Migros bezüglich Verpackungen gesetzt?
Unser Ziel ist es, dass bis 2030 sämtliche Verpackungen aus Plastik rezyklierbar sind. Darüber hinaus reduzieren wir unsere Treibhausgasemissionen durch Verpackungsoptimierungen um zehn Prozent im Vergleich zu 2019. Die Migros Industrie arbeitet schon seit Jahren daran, die Verpackungen ihrer Eigenmarken zu verbessern.

Können Sie ein konkretes Beispiel geben?
Die Delica, unsere Industrie für Schokolade und Kaffee, hat beispielsweise die Verpackungen von Café Royal, Barista und Migros-Bio-Kaffee umgestellt. Die Verpackungen bestehen jetzt aus einem einzigen Material, einer sogenannten Monomaterialfolie. Der Beutel kann daher vollständig rezykliert werden. Äusserlich sieht die neue Verpackung genauso aus wie die alte. Den Unterschied erkennt man beim Öffnen der Verpackung: Die Innenfläche der neuen Verpackung ist weiss – es gibt keine Aluminiumschicht mehr wie bei der alten Version. 

Die neue Kaffeebohnenverpackung kann aber nicht mehr von Hand geöffnet werden. Wieso hat man darauf verzichtet?
Das ist technisch bedingt. Die Folie ist so aufgebaut, dass das nicht mehr geht. Am besten schneiden Kundinnen und Kunden den Beutel direkt unter der Siegelnaht mithilfe einer Schere auf. Kreislaufwirtschaft geht manchmal auf Kosten der einfachen Bedienbarkeit. Wir arbeiten aber daran, mit zukünftigen Innovationen die Verpackung handlicher zu machen.

Bis 2030 sollen sämtliche Plastikverpackungen der Migros kreislauffähig sein.

Roberto Polizzi, Verpackungssystem-Experte bei der Migros Industrie

Ein Ärgernis für viele sind die Deckel von PET-Flaschen, die neu am Flaschenhals fixiert sind. Das ist doch unpraktisch?
Mag sein, die EU schreibt das aber so vor. Denn Flaschendeckel sind laut Studien jene Plastikteile, die man am häufigsten in der Umwelt findet. Sie werden also nicht rezykliert und tragen darüber hinaus zur Verschmutzung bei. Der sogenannte Tethered Cap ist nicht nur eine Vorgabe, sondern auch eine Innovation, die helfen soll, die Plastikverschmutzung zu reduzieren und das Recycling zu verbessern. 

Früher lieferten bunte Verpackungsschalen bei den Fleischprodukten eine Orientierung: gelb für Geflügel, schwarz für Rindfleisch. Nun sind alle Verpackungen transparent. Wieso?
Transparente Verpackungen aus nur einer Kunststoffart sind gut rezyklierbar. Sie ermöglichen es auch, hochwertiges Rezyklat herzustellen. Bunte Schalen hingegen führen zu grauem Recyclingmaterial, das schwieriger wiedereingesetzt werden kann. Bisher bestanden die Schalen zudem aus mehreren Kunststoffschichten, was das Recycling erschwerte. Seit Juni 2025 bieten wir Hackfleisch in Schalen aus aus einem Material (Polypropylen) an. Wir beabsichtigen, diese Technologie zudem auf andere Produkte unseres Sortiments auszuweiten. Auch die Kundschaft hat etwas davon: Das neu abgerundete Design und das vereinfachte Öffnen der Schale fühlen sich angenehmer an. 

Wieso kann nicht einfach komplett auf Plastik verzichtet werden?
In Kunststoff verpackte Fleisch- und Wurstwaren können bis zu zwölf Tage haltbar gemacht werden, das ist vier- bis sechsmal länger als bei unverpacktem Fleisch. Man muss wissen, dass beim Fleisch die Verpackung auf das gesamte Produkt gesehen nur rund zwei Prozent der Umweltbelastung ausmacht. Dies gilt auch für andere Produkte. Das oberste Ziel der Verpackung bleibt also der Schutz des Produktes.

Wohin geht der Trend in Sachen Verpackung?
Grundsätzlich gilt: so wenig Verpackungsmaterial wie möglich, so viel wie nötig. Die Gestaltung wird schlichter, die Designs haben weniger Farbe – dies unterstützt die Kreislauffähigkeit. Je mehr Kundinnen und Kunden Plastik sammeln, desto mehr Material kann rezykliert und wiederverwendet werden. Wir müssen uns ausserdem auf mehr regulatorische und gesetzliche Vorgabe einstellen, wie wir das etwa bei den PET-Flaschendeckeln gesehen haben.

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