Navigation

Milchkuh Pamela auf der Weide. Im Hintergrund Bretzwil und die hügelige Umgebung des Baselbieter Juras.

Nachhaltigkeit

Sieben Fragen zu Kuh-Model Pamela

Milchbauer Michael Sutter ist der Manager von Pamela. Die Kuh vom Hofgut Hinterberg in Bretzwil BL ist der neue Star einer Migros-Werbung für Tierwohl.

Text
Nina Huber
Bild
Christian Aeberhard
Datum
Format
Interview

Kennen Sie alle Ihre Kühe mit Namen?
Ja, ich kann meine 73 Kühe der Rasse Swiss Fleckvieh ziemlich gut auseinanderhalten. Sie haben nicht nur unterschiedliche Fellzeichnungen, sondern auch verschiedene Charakter. Pamela entspricht mir besonders. Sie ist ruhig und sanft im Wesen.

Was tun Sie, damit es Ihren Kühen gut geht?
Meine Kühe sind von März bis November täglich draussen auf der Weide. Sie sollen sich frei bewegen, fressen, wann sie wollen, und liegen, wenn ihnen danach ist. Gras ist für sie das beste Futter, und frische Luft tut ihnen auch im Winter gut. Darum habe ich einen seitlich offenen Laufstall gebaut.

Haben Sie zusätzlich ins Tierwohl investiert?
Ja. Vor zwei Jahren haben wir das Brunnensystem auf unseren Weiden ausgebaut, sodass die Kühe auf jeder Fläche genug zu trinken haben. Meine Herde benötigt pro Tag mindestens 45'000 Liter Wasser. Das neue System mit Zementbrunnen, Leitungen und Pumpen, die das Wasser auf die Hügel bringen, kostete mich einen namhaften sechsstelligen Betrag.

Ich weiss, dass ich alles getan habe, um meinen Tieren ein möglichst schönes Leben zu ermöglichen.

Michael Sutter, Milchbauer

Wie geht es Ihnen, wenn ein Tier geschlachtet wird?
Das geht nicht ohne Emotionen, vor allem, wenn ich mir vorstelle, dass es eine Kuh wie Pamela treffen würde. Aber die Kuh ist ein Nutz- und kein Haustier. Ich weiss, dass ich alles getan habe, um meinen Tieren ein möglichst schönes Leben zu ermöglichen.

Woran erkennen Sie, dass es einer Kuh nicht gut geht?
Wenn eine Kuh nicht mehr wiederkäut, ist das ein Alarmzeichen. Auch ein eingefallener Bauch oder eine trockene Nase könnten ein Anzeichen sein, dass sie krank ist. Zusätzlich setze ich auf Technologie: Ein Sensor auf der Kuh misst die Körpertemperatur genau. Erhöhte Temperatur könnte auf eine Entzündung deuten, sinkt die Temperatur bei einer trächtigen Kuh um ein halbes Grad, kündigt sich das Kalb an. Mit diesem Wissen kann ich die Kuh schneller und besser unterstützen.

Worauf sollten wir beim Fleischkonsum achten?
Fleisch sollte sehr bewusst konsumiert werden. In unserer Familie tun wir das auch. Hinter jedem Stück Fleisch steht ein Lebewesen – das wissen auch meine Kinder.

Machen Sie etwas anders als die Generation vor Ihnen?
Ja. Mir ist wichtig, den Hof effizient und nachhaltig zu führen, aber auch Freiräume zu haben. Den Hof führen mein Vater und ich gemeinsam. Das ermöglicht mir Auszeiten. Ich übernehme einen Teil der Kinderbetreuung, engagiere mich bei IP-Suisse und denke über neue Betriebsmodelle nach – etwa mit erneuerbarer Energie wie mit unserem Solardach oder mehr Biodiversität auf dem Land. Seit wir Nistkästen installiert haben, brüten die Turmfalken wieder hier.

Meh für d'Schwiiz

Entdecke spannende Geschichten rund um die Migros, unser Engagement und die Menschen dahinter. Weiter stehen wir dir mit praktischen Tipps und Tricks für den Alltag zur Seite.

Alle Stories