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Augen werden von Hand auf Schoggihasen platziert

Supermarkt

So entstehen die Migros-Schoggihasen

Idee, Skizze, Herstellung und Verkostung – wie die Osterhasen für die Migros entstehen und wer zum Hasenmacherteam gehört.

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Dinah Leuenberger
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Nik Hunger
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Wenn ein neuer Schoggihase ins Migros-Regal kommt, haben die Hasenmacherinnen der Migros zuvor 16 Monate an ihm herumgetüftelt. So lange braucht es, bis aus einer Idee ein fertiger Hase wird. Dabei mischen in dieser Zeit ganz unterschiedliche Berufsleute mit.

Zum Beispiel Catia Pérez, Brand Managerin für die Marke Frey. Ladina Köhli, die sich als Category Managerin in der Mi­gros um das Schoggisortiment kümmert. Lina Windlin, die als Produkt Managerin in Buchs AG bei der Firma Delica die Schoko­ladenproduktion verantwortet.

Yvonne Denoth, die als Sensorikerin bei der Migros Supermarkt AG jedes Produkt auf seinen Geschmack prüft. Und Filialmitarbeiterinnen wie Leoni Hedinger, die die Hasen in die Regale einräumen. Wir haben diesen Hasenmacherinnen über die Schulter geblickt. 


Das Brainstorming

Wenn sich Lina Windlin, Catia Pérez und Ladina Köhli im Herbst in ein Sitzungs­zimmer zurückziehen, kann das nur eines bedeuten: Sie hecken neue Schoggi-Ideen für Ostern in eineinhalb Jahren aus. Im Gepäck haben die drei Frauen einen Haufen bunter Post-its.

Auch die Verkaufszahlen der vergangenen Hasensaison und eine Zusammenstellung der neuesten Geschmackstrends im Schoggibereich haben sie ­dabei. Zum Beispiel Popcorn, Kakao Nibs – geschälte, zerkleinerte Kakaobohnen – oder blonde Schokolade mit Caramel.

Drei Mitarbeiterinnen diskutieren vor einer Wand mit farbigen Haftnotizen.
Ladina Köhli, Catia Pérez und Lina Windlin (v. l. n. r.) hecken neue Schoggi-Ideen aus.  © Nik Hunger

Mit diesen Infos veranstalten sie ein Speed-Brainstorming. «Wir sammeln möglichst viele Ideen in kurzer Zeit. Aus dieser Masse filtern wir die besonders guten Ideen heraus», sagt Köhli. Pérez ergänzt: «Eine Neuheit muss den Geschmack der Schweiz treffen, aber auch zum Rest des Sortiments passen.»

So entstand auch die Idee für den Rochelino-blond-Hasen, der jetzt zu Ostern 2026 neben seinen braunen Rochelino-Geschwistern im Regal steht.


Die Schoggidegustation

Bevor das aber möglich ist, muss geklärt werden, wie der neue Hase genau schmecken soll. Dazu erstellt die Delica in Buchs erste Muster. Die Firma gehört zur Migros Eigenindustrie und produziert seit 1887 die Produkte von Chocolat Frey.

Die ersten Muster sehen manchmal schon aus wie Hasen, inklusive Marzipanaugen, manchmal sind es auch nur Tafeln mit dem neuen Geschmack.

Zwei Varianten schickt die Delica im Frühling 2025 für einen Geschmackstest nach Zürich zur Sensorikerin Yvonne Denoth: einen Rochelino aus weisser und einen aus blonder Schokolade. Letzterer enthält neben weisser Schokolade auch Caramel, wodurch er eine dunklere Farbe und eine süsse Caramelnote erhält.

Fünf Mitarbeiterinnen prüfen einen Schokoladehasen auf Aussehen und Geschmack.
Im Food Hub in Zürich werden die Hasen dem Geschmackstest unterzogen.  © Nik Hunger

Auch Ladina Köhli, Lina Windlin und zwei weitere Kolleginnen aus dem Team der Sortimentsverantwortlichen sind für den Geschmackstest vor Ort. Zusammen bilden sie an dem Tag die Rochelino-Jury. Yvonne Denoth legt den Testhasen auf ein Tablett.

Und ist nicht zimperlich: Sie zerschneidet ihn grob mit einem Messer und zerkleinert die Schoggi weiter von Hand. Es ist still im Raum. Denn noch soll jede für sich allein degustieren. «Wir achten auf die Optik, aber auch auf den ­Geruch, den Geschmack oder wie stark die Schokolade knackt», erklärt Denoth.

Jede Testerin notiert ihre Eindrücke, danach diskutiert die Gruppe. Einstimmig wählen die Frauen die Variante mit blonder Schokolade. Lina Windlin kann sich mit dem Team von der Delica an die Arbeit machen. 


Das Verpackungsdesign

Wie soll die Verpackung aussehen? Diese Frage stellt sich Brand Managerin Catia Pérez bei jedem neuen Produkt, das unter der Marke Frey lanciert wird. So auch beim neuen Rochelino.

«Weil es von dieser Reihe schon Produkte gibt, sind gewisse Dinge für die Verpackung vorgegeben», erklärt Pérez. Bei Osterhasen ganz wichtig: Das Produkt muss gut sichtbar sein. Darum darf die Verpackung nicht ablenken oder zu viele Elemente enthalten.

«Ich schaue primär da­rauf, dass die Farben der Verpackung zur Schoggisorte passen.» Zudem muss der Text leserlich sein und das Logo gut sichtbar. Dazu erstellt Pérez ein exaktes Briefing und sendet es an die Verpackungsagentur. «Ich erhalte dann erste Varianten. Sobald ich mich für eine entschieden habe, erteile ich das Go für die Produktion der Säckli.»


Der Produktionsablauf

Ein paar Monate später, es ist jetzt kurz vor Weihnachten 2025, läuft die Produktion in Buchs auf Hochtouren. Der neue Rochelino blond ist einer von über 50 Hasen, die dort entstehen.

Weil er eine Schicht aus Mandeln enthält, kamen nicht alle Maschinen infrage – viele Schritte, wie das Anbringen der Augen, sind Handarbeit. Lina Windlin und das Produktionsteam prüften dazu vorgängig die Maschinen und entschieden: Der Rochelino soll auf der Praliné-Produktionsstrasse entstehen.

Eine Mitarbeiterin der Produktion mit einer Kiste Hasen-Rohlinge aus Schokolade
Hier in Buchs AG entsteht der «Hasenrohling».  © Nik Hunger

Ganze 4500 Stück werden jetzt pro Tag fertig. Dazu kommt jeder Schoggirohling auf ein Gitterband. Er hat zwar schon eine Hasenform, aber noch kein «Fell» aus Mandeln. Nach einer ersten Schoggidusche fährt er unter einem Gebläse hindurch, nur um danach sofort wieder mit einer Schoggischicht begossen zu werden.

Ein paar Meter weiter rüttelt das Gitterband kräftig. So halten die Mandelsplitter besser, die jetzt auf die Hasen herabregnen. Zwei Mitarbeiterinnen putzen dann von Hand die Augenpartie – dort dürfen keine Mandeln liegen, sonst haften später die Augen nicht.

Das Anspruchsvollste bei der Rochelino-Produktion ist das Gewicht: Er besteht aus mehreren Schichten Schokolade und Mandeln. Es ist darum eine Herausforderung, dass das bei jedem Hasen genau 180 Gramm werden.

Nochmals ein paar Meter weiter kommt das Finish: Eine letzte Schicht Schokolade fliesst über den Hasen, und eine Mitarbeiterin platziert mit viel Sorgfalt zwei grosse Augen aus Mar­zipan auf den Hasenkopf.

Dann fährt das ­Gitterband für ein paar Meter durch einen Kühlschrank und am Ende der langen Produktionshalle zur Verpackungsmaschine. Jeder Hase bekommt sein Säckli, liegt einer schief, helfen die Mitarbeiterinnen etwas nach.


Die Hasenparade

Die verpackten Hasen treffen schliesslich im Februar 2026 in den Filialen ein. In der Mi­gros am Limmatplatz in Zürich räumt Mitarbeiterin Leoni Hedinger zusammen mit Kollegen die Osterschokolade in die Regale ein.

Eine Migros-Ladenmitarbeiterin füllt ein Regal mit unterschiedlichen Schokolade-Osterhasen.
Mitarbeiterin Leonie Hedinger räumt die neuen Osterhasen in der Filiale in Zürich ins Regal ein.  © Nik Hunger

Das geht nur als Team, eine Person allein käme mit dem grossen Sortiment nicht durch. «Ich merke schon, dass alle etwas gestresst sind. Weil alles an einem Tag aufgebaut sein muss. Aber es ist auch ein schönes Gefühl, weil Ostern immer mit Frühling in Verbindung steht», sagt Hedinger.

Da für jedes Regal ein Plan mit Fotos vorliegt, weiss das Team genau, welcher Hase wo stehen muss. Bald ist auch das Rochelino-Regal voll. Genau in der Mitte des Regals steht der neue Rochelino blond. Und begrüsst mit seinen grossen Glubschaugen die Kundschaft.

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