
Migros-Engagement
Einblick in die Mini-Migros
Im grössten Verkäuferli-Laden der Schweiz sitzen Kinder an der Kasse, füllen Regale auf und kaufen ein.
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Migros-Gruppe
Unterwegs mit Migros-Chef Mario Irminger in Indien – wo er die Menschen und Firmen hinter den Migros-Produkten made in India kennenlernt und eine ganz besondere Schule besucht.
Als Gottlieb Duttweiler 1925 die Migros gründete, setzte er auf eine revolutionäre Idee: direkt beim Produzenten einkaufen, ohne Zwischenhändler, um den Kundinnen und Kunden faire Preise zu ermöglichen. Noch heute funktioniert die Migros nach diesem Prinzip. In Indien beschafft ein Team von 25 Migros-Angestellten die Produkte direkt bei sorgfältig ausgewählten Produzenten, bevor sie in den Regalen von Migros, Denner und Digitec Galaxus landen.
Um die Menschen hinter den Produkten kennenzulernen, hat Migros-Chef Mario Irminger das Büro in Indien besucht. Im Tuktuk, Elektroauto und Linienflugzeug reiste er durchs Land und warf einen Blick hinter die Kulissen: in Textilfabriken, Traubenplantagen, nachhaltige Produktionen und in eine Schule, die aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist.
Tiruppur, eine geschäftige Stadt in Südindien, gilt als Herz der Textilindustrie. In den Hallen von Hero Fashion wuseln Menschen zwischen ratternden Nähmaschinen, Stoffballen und Kartons herum. Sie nähen Kleidungsstücke, die schon bald in Schweizer Regalen liegen.
Mit sieben Nähmaschinen begann Sundar Murthy, als er 1989 seine Firma gründete. Heute ist sie auf 850 Angestellte angewachsen, die Baumwolle anbauen und sie zu Pyjamas oder Unterwäsche verarbeiten, seit 30 Jahren auch solche mit Migros-Etikette.
«Die Migros und wir haben dieselben Werte», sagt Murthy. «Statt maximalen Profits ist es uns wichtiger, wie es den Menschen und dem Planeten geht.»

Seine Kleider erfüllen den strengen internationalen GOTS-Standard für biologisch angebaute Naturfasern, der Strom stammt fast vollständig aus Solar- und Windenergie. Arbeitsbedingungen und Umweltstandards werden regelmässig kontrolliert, auch von Inspektoren des Migros-Labors SQTS, die unangemeldet prüfen. Doch das Spannungsfeld bleibt: Wir im Westen können uns nur deshalb so viele und vergleichsweise günstige Kleider leisten, weil die Näherinnen hier in Indien an sechs Tagen pro Woche acht Stunden arbeiten, für wenige Hundert Franken im Monat.
Eine halbstündige Autofahrt von der Textilfabrik entfernt steht eine blaue Steinmauer mit der Aufschrift «Migros Kids School». Für den Besuch aus der Schweiz haben sich die Schulkinder und Lehrpersonen im Hof versammelt. «Migros Kids» steht auch auf den Rücken der bunten Schuluniformen. 1185 Kinder gehen hier zur Schule, sie sind zwischen 6 und 16 Jahre alt.
Das Eis schmilzt, als Mario Irminger und sein Team Risolettos von Chocolat Frey auspacken – in Kühlboxen aus der Schweiz mitgebracht, eins für jedes Kind.

Eine Migros-Schule mitten in Indien: Was hat es damit auf sich? Sie wurde 1988 gegründet, als es in der Region kaum Bildungsangebote gab und viele Kinder in den Textilfabriken arbeiteten. Gemeinsam mit lokalen Unternehmern schuf die Migros ein schulisches Angebot. Nicht alle Eltern waren damals sofort überzeugt; das Einkommen aus der Fabrikarbeit der Kinder fehlte im Familienbudget.
Heute leisten Textilunternehmen, die für die Migros produzieren, für jedes produzierte Kleidungsstück einen Beitrag an die Schule. So haben mehr als 30 000 Kinder seit der Gründung eine Schulbildung erhalten. Viele absolvierten später ein Studium, fanden qualifizierte Arbeit. Drei der heutigen Lehrerinnen waren einst selbst Schülerinnen hier.
Es ist warm in der Halle und riecht süsslich nach getrockneten Palmblättern. Bei der Firma Magnus im ländlichen Indien entstehen pflanzliche Einwegteller, eine nachhaltige Alternative zu Plastikgeschirr. In der Schweiz kennen sie wohl alle. Doch kaum jemand weiss, wie viel Arbeit in jedem Teller steckt, bevor er bei uns auf dem Kuchenbuffet des Dorffests landet. Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung liefern die Palmblätter. Danach pressen mehr als hundert Mitarbeitende jedes einzelne Blatt mit Maschinen und Hitze zu Tellern, trocknen und polieren diese sorgfältig von Hand. Zwei Brüder gründeten das Unternehmen vor 25 Jahren als Start-up. Heute bezieht die Migros 19 ihrer Produkte aus diesen Hallen, neben Tellern auch Salatschalen und Servierplatten, und sorgt so für rund zehn Prozent des Umsatzes der Firma.
Das Propellerflugzeug einer indischen Billiglinie führt die Migros-Delegation in die nördliche Provinzstadt Nashik. Praktisch: Die Gastgeberfirma Mahindra ist nicht nur in der Landwirtschaft tätig, sondern produziert auch Elektroautos für den indischen Markt. Und so gehts mit E-Kraft aufs Land.
Rebstöcke ziehen sich bis zum Horizont. Die Sonne brennt, zwischen grünen Blättern glänzen die Trauben. Es ist Erntezeit. Sorgfältig pflücken Arbeiterinnen und Arbeiter, prüfen und verlesen jede Traubenrispe auf Grösse, Süsse, Qualität. Entspricht sie den Vorgaben, landet sie in der Produktionshalle in einer 500-Gramm-Schale. Kühlcontainer halten sie frisch für die Reise mit dem Schiff nach Europa. Rund 60 Tage später liegen sie süss und knackig in Schweizer Migros-Filialen.

Nur etwa ein Prozent der Gesamtproduktion macht die Migros für den Produzenten aus. Der Empfang ist so herzlich, als wären es weit mehr – mit Blumenkränzen, Kerzenritualen und Gruppenfotos.
Mitten in Delhi prangt einem die Zürcher Altstadt entgegen. Eine Wand des Pausenraums des Beschaffungsbüros ist mit diesem Sujet bemalt. Hier arbeiten 25 Inderinnen und Inder mit viel Herzblut für die Migros, Denner und Digitec Galaxus. Das Sitzungszimmer ziert einer der ersten Migros-Lastwagen, und natürlich stehen überall Produkte, die das Team hier in Indien für die Schweiz eingekauft hat: von M-Budget-Kokosnussmilch über Crevetten bis zu Latexhandschuhen. «Wir sind stolz, für die Migros einzukaufen, und freuen uns immer, wenn wieder eine Bestellung eintrifft», sagt Büroleiterin Gargi Kumar.

Um ihre 50 indischen Lieferanten endlich einmal persönlich kennenzulernen, hat die Migros sie nach Neu-Delhi eingeladen. Die Schweiz kennen dank Bollywood alle; manche Szenen der indischen Filme spielen in Interlaken oder Luzern. Obwohl die indischen Geschäftsleute im 1,4-Milliarden-Land ganz andere Zahlen und Grössen gewohnt sind, sind sie doch beeindruckt, dass die Migros die grösste private Arbeitgeberin der Schweiz ist und fast 100 000 Menschen beschäftigt. CEO Mario Irminger sagt in seiner Rede: «Indien ist für uns ein strategisch sehr wichtiger Beschaffungsmarkt. Ihre Expertise, Ihre Verlässlichkeit und Ihr unternehmerischer Geist sind für uns unverzichtbar.»
Anschliessend verwandelt sich der Raum in eine Art indische Oscarverleihung: Laudationen werden gehalten, Pokale vergeben. Für Innovation, Nachhaltigkeit, langjährige Partnerschaft. Tausende Kilometer liegen zwischen der Schweiz und Tiruppur, Nashik und Neu-Delhi. Doch jedes Pyjama, jeder Teller, jede Traube erzählt dieselbe Geschichte: von Menschen, die viel Sorgfalt, Mühe und Verantwortung in die Produkte stecken, die wir in der Schweiz konsumieren. Für die Migros bedeutet der Besuch in Indien nicht nur, hochwertige und nachhaltige Produkte zu kaufen. Er steht vielmehr für Partnerschaft, Fairness und Chancen.
Entdecke spannende Geschichten rund um die Migros, unser Engagement und die Menschen dahinter. Weiter stehen wir dir mit praktischen Tipps und Tricks für den Alltag zur Seite.