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Radon ist ein geruchloses, krebserregendes Gas, das in der Schweiz natürlich vorkommt und unbemerkt in Gebäude eindringt. Wie du es messen und was du dagegen tun kannst.
Radon entsteht beim Zerfall von Uran-238, das in der Schweiz natürlich vorkommt. Es wird in feste Bestandteile wie Blei-214 umgewandelt, die sich an Aerosole in der Luft anlagern. Wenn diese eingeatmet werden, verstrahlen sie die Atemwege. «Radon ist radioaktiv und wurde 1987 von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als ‹definitiv krebserregend› eingestuft. Es ist nach dem Rauchen die Hauptursache für Lungenkrebs», erklärt Joëlle Goyette Pernot.
Radon entweicht aus dem Boden. «Die ganze Schweiz muss als Risikogebiet betrachtet werden», warnt die Expertin. Der Bund hat eine interaktive Radonkarte erstellt, wo man das Risiko für jede Adresse selbst überprüfen kann. Gebäude in den Alpen und im Jura sind besonders betroffen, aber auch im Mittelland können hohe Werte auftreten.
Das ist auf die Geologie, aber auch auf die eiszeitliche Geschichte unseres Landes zurückzuführen. Die Granitmassive, die man im Wallis, im Tessin und in Graubünden findet, sind reich an Uran-238. Ausserdem haben die Gletscher überall Moränen mit sich geführt, in denen ebenfalls Uran-238 enthalten ist. Aus diesem Grund findet man Radon in unterschiedlichen Mengen auch im Mittelland und im Jurabogen.
Es dringt über undichte Stellen im Erdgeschoss ein. Das kann etwa ein Lehmkeller oder eine rissig gewordene Bodenplatte sein. Wenn das Gas erst einmal im Haus ist, steigt es leicht über ein offenes Treppenhaus oder einen Wäscheschacht in die höheren Stockwerke auf. «Radon verdünnt sich jedoch in der Luft, und seine Konzentration nimmt mit zunehmender Höhe ab», so die Expertin.
«Radon ist geruch- und farblos und verursacht keine Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen. Das einzige Mittel zur Erkennung ist die Messung», sagt Joëlle Goyette Pernot. Dafür gibt es kleine Geräte, sogenannte Dosimeter, die man in der Regel ein Jahr lang an verschiedenen Stellen in der Wohnung aufstellt. Pro Dosimeter muss man mit etwa hundert Franken rechnen.
In der Strahlenschutzverordnung wurde 2017 der Referenzwert für Gebäude auf 300 Becquerel pro Kubikmeter festgelegt. Oberhalb dieser Konzentration sind Sanierungsarbeiten erforderlich. Denn viele Jahre in einer Wohnung zu leben, die diesen Wert überschreitet, ist gefährlich. «Es gibt jedoch keinen Schwellenwert, unterhalb dessen das Risiko nicht besteht», sagt die Expertin. Deshalb empfiehlt das BAG, den Radonpegel in Räumen, die regelmässig (mindestens 15 Stunden pro Woche) genutzt werden, so niedrig wie möglich zu halten.
Lüften ist eine vorübergehende Notmassnahme, die kurzfristig wirkt. Wenn das Fenster wieder geschlossen wird, ist die Radonkonzentration nach einigen Stunden wieder gleich hoch.
«Man kann zum Beispiel eine selbst schliessende, dichte Kellertür anbringen oder eine Drainage unterhalb des Fundaments verlegen, die die radonhaltige Bodenluft absaugt und über das Dach ableitet», erklärt Joëlle Goyette Pernot. Da jedes Haus einzigartig ist, sehen die Lösungen von Fall zu Fall anders aus.
Mit Ausnahme von Kindergärten und obligatorischen Schulen gibt es keine Verpflichtung zur Sanierung von Gebäuden, sondern nur Empfehlungen.
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