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Onlinesicherheit
Ein Browser, der eigenständig für uns Arbeiten erledigt? Genau das machen die KI-Agenten. Das ist aber nicht ohne Risiko.
Einfache Chatbots oder virtuelle Assistenten wie Siri oder Alexa beantworten in erster Linie Fragen. Neueste KI-Agenten gehen weiter: Sie führen mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) selbständig Aufgaben aus und treffen Entscheidungen.
Ein KI-Agent kann zum Beispiel Einkäufe tätigen oder Skiferien buchen – nach dem Vergleich verschiedener Hotels. Er kann auch Termine vereinbaren oder E-Mails abrufen und schreiben. Dafür müssen die Nutzerinnen und Nutzer aber ihre Kreditkartendaten oder Zugänge zu E-Mail-Postfach, Kalender und bevorzugten Onlineshops preisgeben.
Viele Webbrowser enthalten KI-gestützte Funktionen. Sie geben etwa ausformulierte Antworten zu einer Suche, übersetzen Websites in Echtzeit oder füllen Formulare automatisch aus. Es gibt aber auch eigentliche KI-Browser. «Im Gegensatz zu klassischen Browsern gehen sie einen Schritt weiter», sagt Marcel Waldvogel, IT-Sicherheitsexperte der Migros. «Sie fungieren als persönliche Assistenten, die selbständig im Auftrag des Nutzers arbeiten.»
Alle grossen KI-Anbieter entwickeln ihre eigenen KI-Browser. OpenAI hat etwa ChatGPT Atlas lanciert, Perplexity den Browser Comet. Google setzt auf Gemini, und Microsoft arbeitet ständig an neuen Versionen von Edge. Um die Technologie zu nutzen, muss man den Browser herunterladen oder eine Erweiterung installieren. Häufig ist ein Abonnement für rund 20 Franken pro Monat erforderlich.
Ja, denn KI kann Informationen liefern, die plausibel klingen, aber falsch sind. So kann es passieren, dass der KI-Agent unerwünschte Transaktionen durchführt. Ausserdem können Websites absichtlich so gestaltet sein, dass sie den KI-Browser täuschen. Ohne Wissen der Nutzerin oder des Nutzers könnte der Browser dann Schadsoftware herunterladen.
«Es besteht auch die Gefahr der Manipulation durch die Browserhersteller, die Einnahmequellen zur Finanzierung ihrer Aktivitäten benötigen. So werden demnächst Produktplatzierungen in Browsern möglich sein. KI-Browser könnten dann bevorzugt jene Marke kaufen, die den grössten Werbeplatz gebucht hat, statt die vom günstigeren oder qualitativ besseren Anbieter», warnt Waldvogel.
«Ich empfehle derzeit, bei KI-gestützten Suchdiensten wie ChatGPT zu bleiben und noch nicht auf KI-Webbrowser umzusteigen. So behält man die Kontrolle über ihre Aktivitäten», rät der IT-Sicherheitsexperte der Migros.
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